Antitürkischer "Fan-Gesang" bei Lok-Spiel in Piesteritz (Sachsen-Anhalt)

11.

März
2012
Sonntag
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Sonntag, 11. März 2012

In der Fußball-Oberligapartie zwischen dem gastgebenden FC Grün-Weiß Piesteritz (Lutherstadt-Wittenberg) und dem 1. FC Lok Leipzig kam es wegen "fremdenfeindlicher Gesänge" von Anhänger/innen der Leipziger Mannschaft zu einer Spielunterbrechung in der 85. Minute. Nach Angaben des Schiedsrichters sangen die Lok-Fans zweimal "Galata, Galata, Galatasaray, Fehnerbahce Instanbul, wir hassen die Türkei".

Das im Anschluss vor dem Sportgericht gegen die Leipziger Mannschaft eingeleitete Verfahren endete mit einer 250-Euro-Strafe, die der 1. FC Lok nun an den DFB zahlen muss. Grund für die geringen Strafe ist nach Einschätzung des Sportgerichts, dass das Absingen des Liedes nichts weiter als "reine Idiotie" und ein "peinlicher Spaß" gewesen sei, aber "nicht diskriminierend".

Der 1. FC Lok Leipzig hatte sich bereits kurz nach dem Spiel von seinen "Fans" distanziert, die sich in solch einer Art und Weise fremdenfeindlich äußern. Presseprecher Carsten Muschalle betonte, "dass wir speziell im unseren Nachwuchsbereich viele junge Spieler mit einem türkischstämmigen Hintergrund haben". Während der Partie selber stand weder bei Lok noch bei Piesteritz ein türkischer Fußballer auf dem Platz.