Am frühen Abend des 4. März 2010 ist in Bad Lausick eine Schülerin von vier Männern angegriffen worden. Es ist von einem rassistischen Tathintergrund auszugehen, da sie dunkle Hautfarbe hat.
In der Nähe des Bahnhofs umkreisten die Vier in einem Auto zunächst zweimal die Frau, die an einem Stromverteilerkasten nach etwas Verlorenem suchte. Anschließend seien sie ein Stück zurückgefahren, hätten das Auto geparkt und seien aus dem Wagen gestiegen. Einer der Männer habe einen Baseballschläger in der Hand gehabt. Wie „auf Kommando“ seien die Männer auf die 19-Jährige zugerannt. Sie habe jedoch auf ihrem Fahrrad vor den Angreifern fliehen können. Schutz fand sie bei einer in der Nähe wohnenden Freundin. Von dort aus wurde sofort die Polizei verständigt, die eine halbe Stunde später aus Grimma eintraf.
Die Polizei Westsachsen bestätigte den Vorfall. Sie habe am 4. März 2010 die Anzeige gegen Unbekannt aufgenommen. Der Fall wurde von der Sonderkommission Rechtsextremismus (Soko Rex) des Landeskriminalamtes Sachsen übernommen. Laut Betroffener sind die Männer dem Erscheinungsbild nach dem Neonazi-Spektrum zuzurechnen. Sie hätten sich aber auffällig ruhig verhalten und die Frau auch nicht beschimpft. Auch dadurch wirkte der Angriff auf die junge Frau geplant. In Bad Lausick scheinen Neonazis gerade ein Bedrohungsszenario gegenüber nichtrechten Jugendlichen aufbauen zu wollen. Erst am 29.11.2009 hatten Neonazis versucht, in ein Wohnhaus einzudringen. Dort befinden sich Wohngemeinschaften, die von Nazis als "Hippie"- und "Neger"-WG's bezeichnet wurden und durch diese typisch neonazistischen Opferkonstruktionen in den Fokus selbiger geraten.
chronik.LE, Polizei Westsachsen, Soko Rex des LKA Sachsen




