Mit Pflastersteinen bewarfen unbekannte Täter in Beilrode bei Torgau (Nordsachsen) in der Nacht vom 3. auf den 4. Oktober gegen 2.30 Uhr das Schaufenster eines Textilgeschäfts in der Bahnhofstraße. Die rund sieben Personen sollen laut Polizei zudem "ausländerfeindliche Parolen" gerufen haben. Es handelte sich bereits um den siebenten derartigen Vorfall in diesem Jahr, berichtete der MDR. Der vietnamesische Besitzer übernachtet laut Torgauer Zeitung aus Angst vor Brandanschlägen seit mittlerweile acht Monaten im Verkaufsraum. Daher konnte er die Polizei alarmieren. Jedoch gelang es den Tätern, vor deren Eintreffen unerkannt zu flüchten. Inzwischen hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.
Die Bürgermeisterin der Gemeinde, Heike Schmidt, vermutet laut MDR hinter dem Anschlag eine Gruppe von "rechtsgesinnten Jugendlichen", die im Ort für ihre Gesinnung bekannt sei: "Einer der Angreifer konnte auf jeden Fall der Gruppe zugeordnet werden." Schmidt äußerte sich über die Vorfälle empört. Bei dem jüngsten Überfall wurde erstmals auch die über dem Laden liegende Wohnung mit angegriffen, in der sich die Kinder und die Ehefrau des Geschäftsinhabers aufgehalten hatten. Hier ging ebenfalls ein Fenster zu Bruch. Insgesamt sei ein Schaden von rund 1000 Euro entstanden.
Die Torgauer Zeitung bezeichnete die Täter als "ausländerfeindlichen Mob" und berichtete davon, dass der angegriffene Vietnamese Todesangst ausgestanden habe. Er wisse nicht, wie lange er den "ausländerfeindlichen Angriffen" noch trotzen könne. Immerhin zeigten sich die von der TZ befragten Mitglieder des Beilroder Gemeinderats empört über die Angriffe und riefen zu Solidarität mit der Familie auf, die bereits seit zehn Jahren in dem Ort lebt.




