Delitzsch: Propaganda-Plakate anlässlich des Jahrestages der Bombardierung Dresdens

11.

Februar
2011
Freitag
Druckeroptimierte VersionAls Email versenden
Freitag, 11. Februar 2011

Laut einer Polizeimeldung stellten Beamte am Morgen des 11. Februar in Delitzsch im Bereich der Sachsenstraße/Bonhoeffer Straße Plakate mit Bezug zur Zerstörung Dresdens im Jahre 1945 fest. Das Gedenken an die Dresdner Opfer alliierter Bombenangriffe gegen Ende des Zweiten Weltkrieges dient Neonazis seit mehreren Jahren als Anlass zur Durchführung eines sogenannten "Trauermarsches", der von mehreren tausend Szenegänger_innen besucht wird.

Mit dem Motiv der "Trauer" um die Opfer der Luftangriffe betreiben die Nazis aktiven Geschichtsrevisionismus, indem sie die Vorgeschichte des NS-Vernichtungskrieges ignorieren und die Deutschen von Tätern zu Opfern des Krieges stilisieren.

Weiteres strategisches Ziel der Veranstaltung neben dem "Gedenken" ist die Stärkung des sozialen Zusammenhalts innerhalb der Szene. Den Teilnehmer_innen wird durch eine teils martialisch anmutende Inszenierung das Gefühl vermittelt, dass sie Teil einer wirkungsmächtigen ideologischen Gemeinschaft seien. Aufgrund des hohen Stellenwerts der Veranstaltung innerhalb der Szene versuchen ihre Anhänger_innen jedes Jahr im Vorfeld durch möglichst öffentlichkeitswirksame Propaganda-Aktionen wie das Verteilen von Aufklebern, Plakaten oder Papierschnipseln bundesweit auf den Jahrestag aufmerksam zu machen.