Diskriminierende Polizeipresseinformationen im Monat April 2012

30.

April
2012
Montag
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Montag, 30. April 2012

In insgesamt zehn Fällen haben die Polizeidirektionen Leipzig und Westsachsen in ihren Pressemitteilungen im Monat April die Richtlinien für einen nicht-diskriminierenden Sprachgebrauch missachtet:

PD Westsachsen:

 

PD Leipzig:

Die in den Pressemitteilungen aufgeführten Taten stehen in keinerlei erkennbarem Zusammenhang mit der Herkunft der Tatverdächtigen. Erst recht gilt dies für den rechtlichen Aufenthaltsstatus mutmaßlicher Täter.

Das Problematische daran: Die nicht-sachgerechte Verknüpfung von Kriminalität mit der zugeschriebenen nicht-deutschen Herkunft fördert und festigt bestehende rassistische Vorurteile in der Bevölkerung über "Ausländer". Der Pressekodex des Deutschen Presserates verlangt daher: "In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte." (Richtlinie 12.1 des Pressekodex)

Quelle: 

PM der PD Westsachsen sowie der PD Leipzig