Gedenktafel in der Kamenzer Straße zum dritten Mal zerstört

29.

Januar
2011
Samstag
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Samstag, 29. Januar 2011

Vermutlich in der Nacht vom 22. zum 23. Januar kam es erneut zur Zerstörung der Gedenktafel an einem Wegezeichen zur Erinnerung an die die Opfer der Todesmärsche 1945 in der Kamenzer Straße in Leipzig. Unbekannte brachen ein großes Stück aus der Tafel heraus. Die Tafel erinnerte auch an die Zwangsarbeiter_innen der Rüstungsfirma HASAG, die hier bis 1945 ein Außenlager des KZ Buchenwalds betrieben hatte.

Das stellt nach den Ereignissen vom 23. August und 9. Oktober 2010 bereits den dritten Angriff auf die Gedenkstätte seit deren Errichtung am 2. Mai 2010 dar.

Inschrift der zerstörten Tafel:

IN DIESEM GEBÄUDE befand sich vom August 1944 bis April 1945 das größte der 8 Leipziger Außenlager des KZ Buchenwald. Im Januar 1945 mussten 5.067 Frauen unter SS-Bewachung in der Hugo-Schneider AG (HASAG) – Haupteigner war die Dresdner Bank – Panzerfäuste herstellen und Granaten abfüllen.

Unmittelbar daneben waren seit Juni 1944 im „Polenlager“ 800 männliche KZ-Häftlinge untergebracht.
Noch im August 1944 wurden 25 nicht mehr arbeitsfähige Frauen zur Vergasung nach Auschwitz „überstellt“.

An der Zwangsarbeit von mehr als 17.000 Häftlingen in den verschiedenen HASAG-Betrieben in und außerhalb Deutschlands erwirtschafteten SS und Dresdner Bank Millionenprofite. Nur wenige von über 4.000 HASAG-Häftlingen, die am 13. April 1945 auf den Todesmarsch getrieben wurden, erlebten am 9. Mai 1945 in der Nähe von Teplice den Tag ihrer Befreiung.

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