Homophober Spruch im Kino

19.

Juni
2009
Freitag
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Freitag, 19. Juni 2009

Sexistischer Alltag in Leipzig: Ein Kinobesucher will sich vor der Filmvorführung ein Getränk bestellen. Weil er das Angebot des Kinos in der Innenstadt nicht gut kennt, will er wissen, welche alkoholischen Getränke verkauft werden. Einem Augenzeug_innenbericht zufolge antwortet die Tresenkraft, es gebe Bier sowie trockenen Rot- und Weißwein. Als Letztes zählt sie Prosecco auf, woraufhin der Gast antwortet: "Ich bin doch nicht schwul!".

In weiten Teilen der Bevölkerung existiert das Bild, dass homosexuelle Männer weibliche Eigenschaften adaptieren und damit keine "echten Männer" sind; damit werden dem biologischen Geschlecht (Sex) weitere Eigenschaften zugeschrieben, die als "männlich" identifiziert werden (soziales Geschlecht, Gender). Eine solche Äußerung richtet sich also zum einen gegen homosexuelle Menschen und dient zum anderen zur Abgrenzung gegenüber sozial konstruierten "weiblichen" Eigenschaften und damit der Verteidigung der eigenen "Männlichkeit". Es wird dabei unterstellt, Prosecco oder auch Sekt seien "Frauengetränke". Über die oben genannte Äußerung wird Missachtung gegenüber Menschen mit homosexueller Orientierung gezeigt. Zum Anderen wird darüber versucht, das Bild des eigenen Geschlechts innerhalb eines bestehenden Denkrahmens zu verteidigen, welcher einzig Heterosexualität und strikte Grenzen zwischen den Geschlechtern als "Normalzustand" kennt und akzeptiert (Heteronormativität).

Quelle: 

Augenzeuginnenbericht