Nazis aus dem NPD-Zentrum attackieren Passanten in der Odermannstraße

13.

Januar
2012
Freitag
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Freitag, 13. Januar 2012

In der Lindenauer Odermannstraße kam es in der Nacht vom 13. zum 14. Januar zu tätlichen Auseinandersetzungen, wie die Polizei berichtete. Demnach seien sich fünf Personen begegnet, zwei Personen hätten Verletzungen erlitten, drei Personen seien daraufhin mit einem Auto geflüchtet. Ein Anwohner, der den "Vorfall" beobachtete, habe die Polizei alarmiert. Nach LVZ-Informationen prüft die Polizei, ob beteiligte Personen eine Verbindung zur organisierten Neonazi-Szene im NPD-Zentrum hätten.

Chronik.LE vorliegende Augenzeugen-Berichte sind dahingehend eindeutiger. Zeugen des "Vorfalls" berichten, dass die Täter direkt aus dem NPD-Zentrum in der Odermannstraße 8 kamen. Die Betroffenen, die nach eigenen Angaben unterwegs zu einer Kneipe waren, seien vor dem hohen Zaun des Grundstücks kurz stehen geblieben. Daraufhin kam ein junger Mann durch eine Tür im Zaun und fragte die beiden in agressivem Ton, was sie denn dort zu suchen hätten. Anschließend ging er zurück ins NPD-Zentrum, offenbar, um Verstärkung zu holen. Wenige Sekunden später öffnete sich das Tor, ein Auto fuhr zu den jungen Männern vor, insgesamt sechs Personen näherten sich. Der Wortführer der äußerst agressiv auftretenden Gruppe machte die beiden verantwortlich für die Beschädigung eines Türschlosses am NPD-Zentrum und verlangte die Herausgabe der Personalausweise - andernfalls würde er die Polizei verständigen.

Angesichts dieser Bedrohungssituation beschloss nun einer der Betroffenen selbst die Polizei zu rufen. Als er sein Mobiltelefon zur Hand nahm, bekam er vom Wortführer der Angreifer sofort einen Faustschlag ins Gesicht, verlor sein Handy, bekam zwei weitere Schläge und stürzte. Der Angegriffene konnte dann aus der Odermannstraße flüchten, dabei wurde er von einem der Nazis verfolgt. In der Lützner Straße fand er Schutz in einem vorbeifahrenden Auto. Der Fahrer, der die Verfolgungssituation beobachtet hatte, war langsam neben ihm hergefahren, um sich zu erkundigen, ob es ein Problem gäbe.

Währenddessen wurde auch der zweite Betroffene in der Odermannstraße mehrfach von den zurück gebliebenen Nazis geschlagen. Ein Passant, der schließlich auch die Polizei veständigte, beobachtete, wie die Täter anschließend mit ihrem Auto davon fuhren.