Neulich am Schwarzen Brett: "Lustiger schwarzer Sänger" gesucht

25.

Mai
2012
Freitag
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Freitag, 25. Mai 2012

In einer am virtuellen "Schwarzen Brett Leipzig" (DSBLE) veröffentlichten Anzeige wird ein "lustiger schwarzer Sänger für Musikprojekt" gesucht. In der Anzeige wird betont, der gesuchte Sänger müsse gar nicht "perfekt singen können", er sollte aber "über eine humorvolle Ausstrahlung und ein afrikanisches Äusseres verfügen."

Hierbei handelt es sich um ein klassisches Beispiel von positivem Rassismus. Anstatt abwertender Vorurteile ist dieser geprägt von positiv gemeinten, zumeist exotisierenden Zuschreibungen. So wird oft das Exotische an "afrikanischen Tänzer_innen" betont oder erklärt, Schwarze hätten "Rhythmus im Blut". Durch den Hinweis, dass musikalisches Talent für den gesuchten Sänger des Musikprojekts nicht entscheidend sei, wird die Reduzierung auf Äußerlichkeiten überdeutlich.

Den rassistischen Charakter der Anzeige kann man sich leicht vergegenwärtigen, wenn man sich das Ganze unter umgekehrten Vorzeichen vorstellt: "Suche gewissenhaften Weißen für Volksmusikgruppe. Du musst nicht unbedingt perfekt singen können, solltest deine Sache aber Ernst nehmen und über ein europäisches Äußeres verfügen."