Rassistische Anfeindungen während eines WM-Spiels in Zwenkau

23.

Juni
2010
Mittwoch
Druckeroptimierte VersionAls Email versenden
Mittwoch, 23. Juni 2010

Beim "public viewing" des Spiels der deutschen Fußballnationalmanschaft der Männer gegen Ghana kam es in Zwenkau zu rassistischen Anfeindungen. Dies berichteten Augenzeug_innen. Die Veranstalter_innen hatten davon nach eigenen Angaben nichts mitbekommen, distanzierten sich aber von jeglichen rassistischen Positionen und Äußerungen.

So verwehrten die Veranstalter_innen vor Beginn des Spiels offensichtlichen Neonazis den Zutritt: Mehrer Personen, die mit der bei Neonazis beliebte Kleidungsmarke "Thor Steinar" ausgestattet waren, wurden wieder nach Hause geschickt. Trotz dessen befanden sich unter den ca. 350 Deutschland-Fans einige Rassist_innen.
Während der Übertragung wurden immer wieder lautstark diskriminierende Äußerungen in die Menge gerufen. "Scheiß Türken" oder "der blöde Kümmeltürke" waren die Reaktionen auf eine ausgelassene Torchance des Spielers Özil. Kommentare wie "Der kann doch nur Bananen fangen" waren zu hören, wenn der Torwart von Ghana am Ball war. "Negersau", "lasst das Schwein doch liegen", "Affen", so wurde das Spiel durchgängig kommentiert, ohne dass sich andere Fans in Schwarz-Rot-Gold daran gestört hätten.

Nur wenige Zuschauer_innen reagierten ablehnend auf die Pöbeleien. Für ihren Widerspruch wurden sie nach dem 1:0 für die DFB-Auswahl mit Ellenbogenstößen traktiert, geschubst und mit Bier bespritzt.

Quelle: 

chronik.LE