Wurzen: Nazis treffen sich zu Fußballturnier

29.

Mai
2010
Samstag
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Samstag, 29. Mai 2010

Mit mehr als 50 Teilnehmern fand bereits zum dritten Mal ein von Nazis organisiertes Fußballturnier in Wurzen statt. Eine Gruppierung namens "Nationale Sozialisten Muldental" organisierte den "Fußballwettstreit" unter dem Motto "Das System ins Abeits" im Stadtwald (Spitzbergpark).

Angereist waren Manschaften mit den Namen "Junge Nationalisten (JN) Muldental", "JN Torgau", "Terror Crew Muldental", "Hatecore (HC) Grimma" und "Sonntags Club Wurzen". Einige der Spieler trugen T-Shirts mit einschlägigen neonazistischen Motiven, etwa dem NS-Symbol "schwarze Sonne" und dem Zahlencode "88", der für "Heil Hitler" steht.

Als Siegermannschaft wurde die "Terror Crew Muldental" (TCM) gekürt. Führende Aktivisten dieser Kameradschaft waren im Oktober 2009 an dem Überfall auf Fans und SpielerInnen des "Roten Stern Leipzig" (RSL) bei einem Ligaspiel in Brandis beteiligt. Wie damals trugen die TCM-Anhänger auch in Wurzen einheitliche Kleindung: Auf ihren T-Shirts rühmen sie sich des Angriffs, bei dem etliche Menschen zum Teil schwer verletzt worden waren. Die Brustaufschrift lautet "No Fairness, no Remorse" (engl. "Ohne Fairness, ohne Reue"), auf dem Rücken ist "TCM 1:0 RSL" zu lesen, nebst einem Bild, auf dem ein RSL-Fan am Boden liegend getreten wird.

In einem auf Youtube verbreiteten Video vom Wurzner Turnier ist unter anderem Mathias König zu erkennen. Dieser leitet den Wurzner Stützpunkt der NPD-Nachwuchsorganisation JN ("Junge Nationaldemokraten"), die vermutlich identisch sind mit den Ausrichtern des Turniers.

Quelle: 

Youtube-Video