Zeugen eines sexistischen Übergriffs am Bahnhof von Täter und Polizei beleidigt

19.

November
2011
Samstag
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Samstag, 19. November 2011

Am Samstagmorgen wurden zwei Personen in der Leipziger Innenstadt, unweit des Hauptbahnhofes, Zeugen eines Übergriffs auf eine Frau. Diese wurde von einem Mann gegen eine Wand gedrückt und schrie um Hilfe. Die Zeugen verständigten die Polizei und versuchten, die Situation zu beruhigen. Nachdem sich die Frau befreien konnte, wurden die Zeugen selbst von dem Mann rassistisch und antisemitisch beleidigt, bedroht und einer von ihnen geschlagen.

Die schließlich dazukommende Polizei nahm lediglich die Personalien des Tatverdächtigen auf. Angeblich handelte es sich um einen bekannten Sexualstraftäter und Neonazi. Dieser stieß im Beisein der Beamten weitere Drohungen aus und versuchte, die beiden Helfer zu fotografieren. Nachdem diese im Revier der Bundespolizei im Bahnhof ihre Aussage gemacht hatten, trafen sie davor wieder auf den Mann, der dort auf sie gewartet hatte. Die Zeugen flüchteten zurück ins Polizeirevier und baten um Schutz für den Weg nach Hause. Dies wurde ihnen jedoch zunächst verweigert. Erst nach langem Warten wurden sie von zwei Polizisten zur Straßenbahn begleitet, währenddessen jedoch als "Angsthasen" und "ahnungslose, dumme Studenten" bezeichnet, die immer Probleme machen würden. Insgesamt zog sich das Geschehen über drei Stunden hin.

Die Polizeidirektion Leipzig bestätigte gegenüber chronik.LE, dass es einen "Sachverhalt" gegeben habe, wollte weitere Fragen zum Tatverdächtigen jedoch mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht beantworten. Zu den angeblich geäußerten Beleidigungen der Polizeibeamten gegenüber den Zeugen gebe es "keinerlei Erkenntnisse". Gegen den Täter läuft ein Verfahren wegen Körperverletzung und Beleidigung.

Quelle: 

chronik.LE, Augenzeugen-Bericht