Neulich in Leipzig

Alltägliche Diskriminierung sichtbar machen

Mit dem Schlagwort "Neulich in Leipzig" steht chronik.LE eine Rubrik zur Verfügung, um Vorfälle zu dokumentieren, die von Täter_innen wie auch Betroffenen oft nicht als diskriminierende Ereignisse wahrgenommen werden. Durch weitgehende Anonymisierung sollen damit Diskriminierungsformen erfasst werden, die mehr oder weniger alltäglich sind, also so oder so ähnlich an vielen Orten und zu jeder Zeit hätten stattfinden können.

Die Rubrik entstand aus der Erkenntnis, dass eine ereignisbezogene Dokumentation die dahinterstehenden diskriminierenden Einstellungsmuster in den Köpfen der Täter_innen und die gesellschaftlichen Strukturen außen vor lässt. Die Einträge zeigen, dass nicht nur stumpfe Gewalt Ausdruck menschenverachtender Ideologie ist: Der dumme Spruch in der Disko, am Arbeitsplatz oder wo auch immer - das ignorante Verhalten oder das "Eigentlich gut gemeinte" Handeln verdeutlichen, dass diskriminierende Denkweisen (beinahe) überall zu finden sind. Als solche müssen sie auch kritisiert werden!

Dies soll auch ein Aufruf sein, jede Art menschenfeindlicher Diskriminierung zu melden - bei den entsprechenden Antidiskriminierungs-Initiativen (zum Beispiel dem Antidiskriminierungsbüro e.V. | www.adb-sachsen.de) und bei chronik.LE. Mit dem "Neulich in Leipzig"-Schlagwort steht ein Mittel zur Verfügung, solche Ereignisse anonymisiert zu veröffentlichen. Die Veröffentlichung zeigt den Täter_innen, dass es keinen geschützten Raum für menschenverachtendes Handeln gibt!

Dienstag, 22. Juni 2010

Unter dem Motto "No Lutscher Music" lädt die Leipziger Bar "Flower Power" zu einer DJ-Veranstaltung. Der Titel der Veranstaltung zeigt an, dass so genannte "Lutscher" explizit ausgeladen sind. Mit diesem Begriff werden landläufig Homosexuelle Männer bezeichnet, in Anspielung auf oralen Geschlechtsverkehr. » weiterlesen

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Veranstaltungsplakat, chronik.LE

Sonntag, 13. Juni 2010

Am Leipziger Hauptbahnhof ist Freitag Nacht ein Mann aufgrund seiner Hautfarbe mehrfach angepöbelt worden. An der Straßenbahnhaltestelle ging er durch eine Gruppe von 50 Menschen, die den abendlichen Sieg der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM der Männer feierten. » weiterlesen

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chronik.LE

Samstag, 17. April 2010

Ein auf der Automobilmesse International (AMI) ausstellender Hauptsponsor der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 hat während der Messe typische, vorurteilsgeprägte Afrika-Bilder gezeigt. » weiterlesen

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chronik.LE

Freitag, 16. April 2010

Am 16. April gab die Polizeidirektion Leipzig eine Pressemitteilung heraus, in der über den räuberischen Übergriff eines Kunden auf einen Ladenbetreiber in Reudnitz berichtet wird. Darin heißt es unter anderem: » weiterlesen

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PM der PD Leipzig vom 16.04.2010, Richtlinie 12.1 des Pressekodex

Montag, 15. März 2010

Thor Steinar, seit Jahren beliebte Kleidungsmarke bei Neonazis, wurde auch von einem Fahrscheinkontrolleur der LVB getragen. » weiterlesen

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chronik.LE

Dienstag, 2. März 2010

Anfang Februar haben Unbekannte die Fassade der 2009 neu eröffneten Bibliothek der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) besprüht. Der Spruch "Lesen ist für Schwule" wurde erst nach etwa einem Monat, also Anfang März, mit weißer Farbe übertüncht. » weiterlesen

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Augenzeug_innen, chronik.LE

Montag, 8. Februar 2010

Die Leipziger Volkszeitung (LVZ) kann es einfach nicht lassen: Wenn die Polizei in ihrer täglichen Presseinformation die (mutmaßliche) Nationalität eines Tatverdächtigen erwähnt, übernimmt die Lokalredaktion das in der Regel penibel. Auch dann, wenn dies nichts zum Verständnis des Vorfalls beiträgt und nicht hilfreich für die Fahndung nach Tatverdächtigen ist. » weiterlesen

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LVZ Online vom 08.02.2010, ADB-Newsletter 02/2008

Donnerstag, 7. Januar 2010

Die Leipziger Volkszeitung (LVZ) kann es einfach nicht lassen: Wenn die Polizei in ihrer täglichen Presseinformation die (mutmaßliche) Nationalität eines Tatverdächtigen erwähnt, übernimmt die Lokalredaktion das in der Regel penibel. Auch dann, wenn dies nichts zum Verständnis des Vorfalls beiträgt und nicht hilfreich für die Fahndung nach Tatverdächtigen ist. » weiterlesen

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LVZ vom 07.01.2010, PD Leipzig vom 06.01.2010, ADB-Newsletter 02/2008

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Bei einer Wohnungsbesichtigung verwies der Makler auf den großzügigen Hausflur. Er mahnte die Interessent_innen, die Fahrräder dort abzustellen, da diese draußen oft geklaut würden. Die Erklärung dafür lieferte der Makler ungefragt gleich mit: Im Viertel würden viele "Ausländer und Hartz-IV-Empfänger" wohnen.

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chronik.LE

Donnerstag, 16. Juli 2009

Während einer Veranstaltung in einem Jugendzentrum bezeichnete ein männlicher Besucher eine Besucherin gegenüber einer dritten Person als "geilen Fickschlitten". Die Besucherin erfuhr kurz darauf von dieser Diskriminierung. Mit der verbalen Reduzierung ihrer Person auf ein Sexual-Objekt ging für die Betroffene die Androhung sexualisierter Gewalt einher. » weiterlesen

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chronik.LE