Mit dem Schlagwort "Neulich in Leipzig" steht chronik.LE eine Rubrik zur Verfügung, um Vorfälle zu dokumentieren, die von Täter_innen wie auch Betroffenen oft nicht als diskriminierende Ereignisse wahrgenommen werden. Durch weitgehende Anonymisierung sollen damit Diskriminierungsformen erfasst werden, die mehr oder weniger alltäglich sind, also so oder so ähnlich an vielen Orten und zu jeder Zeit hätten stattfinden können.Die Rubrik entstand aus der Erkenntnis, dass eine ereignisbezogene Dokumentation die dahinterstehenden diskriminierenden Einstellungsmuster in den Köpfen der Täter_innen und die gesellschaftlichen Strukturen außen vor lässt. Die Einträge zeigen, dass nicht nur stumpfe Gewalt Ausdruck menschenverachtender Ideologie ist: Der dumme Spruch in der Disko, am Arbeitsplatz oder wo auch immer - das ignorante Verhalten oder das "Eigentlich gut gemeinte" Handeln verdeutlichen, dass diskriminierende Denkweisen (beinahe) überall zu finden sind. Als solche müssen sie auch kritisiert werden!
Dies soll auch ein Aufruf sein, jede Art menschenfeindlicher Diskriminierung zu melden - bei den entsprechenden Antidiskriminierungs-Initiativen (zum Beispiel dem Antidiskriminierungsbüro e.V. | www.adb-sachsen.de) und bei chronik.LE. Mit dem "Neulich in Leipzig"-Schlagwort steht ein Mittel zur Verfügung, solche Ereignisse anonymisiert zu veröffentlichen. Die Veröffentlichung zeigt den Täter_innen, dass es keinen geschützten Raum für menschenverachtendes Handeln gibt!