Dokumentation faschistischer, rassistischer und diskriminierender Ereignisse in und um Leipzig

Antisemitische Parolen beim Landespokalspiel Lok vs. Aue

13.

Februar
2007
Dienstag

Beim Fußballspiel des 1. FC Lokomotive Leipzig gegen die zweite Mannschaft von Erzgebirge Aue im sächsischen Landespokal in Leipzig skandierten Lok-Fans die bei rechten Fußballanhängern gern benutzten Schmähruf "Juden Aue!".

Hakenkreuzmalerei und Verwüstung in Borna

16.

April
2007
Montag

Neonazis haben in der Nacht zum 16. April 2007 Hakenkreuze und rechte Parolen an vielen Orten in Borna hinterlassen. Am Mahnmal in der Löbstädter Straße wurde das Tor eingetreten und der Eingangsbereich verwüstet. Das Monument selbst wurde mit Nazisprühereien überzogen. Am Volksplatz prangte der Schriftzug "Die alten Zeiten kommen wieder".

Angriff auf Döner-Imbissbetreiber

20.

Juli
2007
Freitag

Am Sonntag, den 20.07 kam es in einem Döner-Imbiss in der Weißesetraße in Leipzig Stötteritz zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen Imbissbetreiber und drei Jugendlichen. Gegen 02:00 Uhr betraten die Jugendlichen den Imbiss und schlugen ohne Vorwarnung auf den Imbissbetreiber und dessen Bruder ein. Die Auseinandersetzung verlagerte sich anschließend in einen angrenzenden Raum, wo mehrere Gäste saßen. Der Imbissbesitzer, sein Bruder und eine Frau mussten aufgrund ihrer Verletzungen ambulant versorgt werden. Die unbekannten Jugendlichen flüchteten noch vor Eintreffen der Polizei.

Nazi-Schmierereien an Kassenhäuschen am AKS

8.

November
2007
Donnerstag

Vor dem Spiel des zweiten Teams des FC Sachsen Leipzig tauchte an einem der Kassenhäuschen am Alfred-Kunze-Sportpark Nazischmierereien in Form von Hakenkreuzen und SS-Runen auf. Weiterhin war der Schriftzug "LOK" zu lesen.

Wimpelketten "Für ein buntes Reudnitz" heruntergerissen

15.

Januar
2008
Dienstag

Mehrere Mitglieder der "Freien Kräfte Leipzig", unter ihnen der Anmelder des neonazistischen Aufmarsches vom 12. Januar 2008 haben Wimpelketten heruntergerissen, welche für ein weltoffenes und buntes Reudnitz werben sollten. Die Täter wurden von der Polizei gestellt, ihre Personalien wurden aufgenommen, und die Polizei erstattete von Amts wegen Anzeige.

Nazis greifen Wohnhaus in Reudnitz an

22.

November
2007
Donnerstag

Am 22.11. überfielen gegen 21 Uhr knapp 40 vermummte Nazis ein Wohnhaus in der Holsteinstraße (Reudnitz-Thonberg). Dabei skandierten sie Parolen wie “Rotfront verrecke” und beschossen das Gebäude mit Signalmunition. Nach kurzer Zeit zerstreuten sich die Angreifenden, die nach rund fünf Minuten eintreffende

Nazis versuchen Kundgebung gegen "Thor Steinar"-Verkaufsstelle zu stören

17.

April
2008
Donnerstag

Bei einer angemeldeten Kundgebung vor dem Bekleidungsgeschäft "Boombastic" im Grünauer Allee-Center, auf der ca. 60 Menschen gegen den Verkauf der Nazimarke Thor Steinar demonstrierten, kam es zu Störversuchen durch der Nazi-Szene angehörige Personen. Zu tätlichen Angriffen ihrerseits kam es nicht.

Alternativer Fanladen in Leipzig Connewitz angegriffen

20.

April
2008
Sonntag

In der Nacht zum 20. April wurde der "Fischladen" (eine v.a. aus dem Umfeld des Fußballvereins Roter Stern besuchte Kneipe) in der Wolfgang-Heinze-Straße angegriffen. Unbekannte Täter, welche mit 2 Autos unterwegs waren, warfen mit Steinen Schaufensterscheiben ein und warfen auch einen Brandsatz an die Aussenfassade des Ladens. Letzterer richtete jedoch keine größeren Schäden an.

40 Nazis versuchen eine Spontandemo nach Connewitz

30.

April
2008
Mittwoch

Eine Gruppe von ca. 40 Neonazis versuchte in der Nacht vom 30.4. zum 1.5. eine Spontandemonstration die Karl-Liebknecht-Straße nach Süden Richtung Connewitz zu laufen. Die Gruppe wurde jedoch schon frühzeitig Ecke Hohe Straße von der Polizei gestoppt und am Weiterlaufen gehindert.

Lok-Fans skandieren auf dem Heimweg Nazi-Parolen

27.

August
2008
Mittwoch

Nach dem Freundschaftsspiel des 1. FC Lokomotive Leipzig gegen Werder Bremen ziehen am Mittwochabend bis zu 300 Lok-Fans vom Stadion aus durch das Waldstraßenviertel in Richtung Straßenbahn. Dabei skandieren sie lautstark die aus den letzten Tagen reichlich bekannte und anscheinend zunehmend der Identitätsstiftung dienende Nazi-Parole "Todesstrafe für Kinderschänder". Damit setzt sich die fortlaufende Instrumentalisierung der Tötung einer Achtjährigen in Leipzig-Reudnitz nun auch abseits der dortigen, von Neonazis organisierten bzw. dominierten Demonstrationen und Kundgebungen fort.

Todesopfer rechter Gewalt in und um Leipzig

Todesopfer rechter Gewalt

Seit der Wende sind in Leipzig und den beiden umliegenden Landkreisen mindestens neun Menschen durch rechte Gewalt zu Tode gekommen (Klaus R., Horst K., Mario L, Bernd Grigol, Achmed Bachir, Nuno Lourenço, Thomas K., Karl-Heinz Teichmann und Kamal Kilade), bei drei weiteren Fällen liegt eine rechte Tatmotivation nahe (Gerhard Sch., Gerhard Helmut B. und Christel G.) Sie starben, weil sie nicht in das Weltbild der Täter passten.

Die Taten haben in allen Fällen homosexuellenfeindliche, sozialdarwinistische oder rassistische Hintergründe bzw. richteten sie sich gegen Menschen, aufgrund ihres nicht-rechten Auftretens. Lediglich vier der neun Morde werden offiziell als Todesopfer rechter Gewalt geführt.

Diskriminierung bei Fahrkartenkontrollen der LVB

LVB

Um die Tarif- und Beförderungsbedingungen des MDV durchzusetzen, kontrollieren die Leipziger Servicebetriebe (LSB) im Auftrag der LVB regelmäßig Tickets ihrer Kund_innen. Ungültige Fahrausweise (§8) ziehen dabei ein erhöhtes Beförderungsentgelt (§9) nach sich. Viele der Kontrollen verlaufen dabei ohne besondere Vorkommnisse. In einer nicht unerheblichen Anzahl von Kontrollen kommt es allerdings zu diskriminierendem und gewalttätigem Verhalten seitens der Kontrolleur_innen. Diese Vorfälle waren auch jüngst Anlass zweier Stadtratsanfragen (Vgl. Anfrage vom 26.06.2019 sowie Anfrage vom 04.09.2019).

Die AfD in und um Leipzig

Veranstaltung 08.10.2019

Im Mai fanden in Sachsen Kommunalwahlen statt. In Leipzig erreichte die AfD dabei lediglich 14,9%, in den beiden benachbarten Landkreisen 19,4% (Nordsachsen) und 21,7% (Landkreis Leipzig). Im Fokus des Vortrages werden die (lokale) Entwicklung der AfD, ihre Themenwahl sowie ihre politischen Aktivitäten stehen. Auch das Ergebnis der Landtagswahl soll diskutiert werden.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der kritischen Einführungswochen an der Universität Leipzig statt.

Wann:
Dienstag, 08.10.19
17.00 Uhr

Dokumentation und Analyse gegen rechts

Workshop 04.10.2019 Chemnitz

Um wirksam gegen Rechte vorgehen zu können braucht es zuerst wissen über sie und ihre Aktivitäten. Doch wie bereitet man dieses auf und stellt es einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung? Wie z.B. auf den erneuten rassistischen Übergriff im Dorf aufmerksam machen wenn es scheinbar niemanden interessiert? Wir berichten über unsere Arbeit und freuen uns über einen Austausch mit euch. Wenn ihr an ähnlichen Projekten arbeitet oder bereits Erfahrungen gesammelt habt seid ihr ebenso willkommen wie ohne Vorkenntnisse.

Neue Dossiers

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Am 26. Mai 2019 fanden in Sachsen Kommunal- und Europawahlen statt. Bei der Wahl zum Europäischen Parlament erzielte die AfD sachsenweit 25,3 Prozent und wurde damit vor der CDU mit 23,0 Prozent stärkste Kraft. In der Stadt Leipzig kam die AfD bei...
Auf der vom 15. bis. 18. März stattfindenden Leipziger Buchmesse werden auch wie in den vergangenen Jahren rechte Aussteller ihre ausgrenzende Ideologie verbreiten. Nach dem Eklat auf der Frankfurter Buchmesse und den darauf folgenden Diskussionen...
Mit finanzieller Unterstützung der lokalen Partnerschaft für Demokratie haben wir 2017 erneut ein Projekt im Landkreis Leipzig mit dem Titel "Rassismus, Neonazismus und rechte Gewalt im Landkreis Leipzig" realisieren können. Zu diesem liegt nun der...
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