Dokumentation faschistischer, rassistischer und diskriminierender Ereignisse in und um Leipzig

Hakenkreuz gesprüht und Wahllakate der demokratischen Parteien entfernt

26.

Mai
2008
Montag

Unbekannte haben in der Nacht zum Montag sämtliche Wahlplakate, außer denen der NPD, von ihren Sichtplätzen im Ortsteil Burkartshain entfernt. Bekannt wurde, dass drei Jugendliche durch den Ort zogen, die die Plakate abgerissen und in wegwarfen. Ein Plakat sei mit einem Hakenkreuz versehn worden. Ortsvorsteher Jörg Grundig erstattete Anzeige.

Angriff während Open-Air-Veranstaltung in Wurzen

25.

Mai
2008
Sonntag

Während einer Open-Air-Veranstaltung auf dem Festplatz an der Collmener Straße beschimpfte ein unbekannter junger Mann gegen 02:00 Uhr drei weitere Personen im Alter von 18, 22 und 24 Jahren. Er rief u.a. "rechtsextremistische" Parolen und zeigte den so Hitlergruß. Die drei wollten daraufhin die Festwiese verlassen. Dieser ließ jedoch nicht ab und warf mit Bierflaschen nach ihnen. Der 24-Jährige wurde von einer vollen Bierflasche dabei leicht verletzt.

Zerstörung von Wahlplakaten in Markkleeberg

22.

Mai
2008
Donnerstag

Am 22.05. wurde gegen 23:00 Uhr durch einen Zeugenhinweis bekannt, dass drei Jugendliche Wahlplakate verschiedener Parteien abgerissen haben.

Die Polizei stellte drei junge Männer (19, 23, 21) im Bereich der Koburger Straße. Bei der anschließenden Durchsuchung der Personen wurden mehrere CDs mit rechtsgerichteter Musik aufgefunden.

Lunzenau: Sachbeschädigung und Graffiti an Windkraftanlage

21.

Mai
2008
Mittwoch

Am Mittwoch wird die Beschädigung einer Windkraftanlage an der Bundesstraße 175 zwischen Elsdorf und Obergräfenhain angezeigt. Unbekannte hatten versucht die Eingangstür des Windrades aufzubrechen. Das gelang jedoch nicht. Der Rohrkörper der Anlage wurde mit dem Schriftzug „frei-sozial-national" beschmiert. Insgesamt entstand an der Windkraftanlage ein Schaden von ca. 600 Euro.

Groitzsch: Polizei verhaftet mutmaßliche Nazischläger

20.

Mai
2008
Dienstag

Die Polizei hat in Groitzsch (Leipziger Land) zwei "rechtsextreme" Schläger verhaftet. Den Jugendlichen (16 und 17 Jahre) wird mehrfache Körperverletzung und Sachbeschädigung vorgeworfen, u.a. der Überfall auf einen 22-Jährigen am 11. Mai 2008 an der Tankstelle in der Schusterstraße. Die drei Tatverdächtigen im Alter von 16 sowie 22 Jahren aus Groitzsch konnten zwischenzeitlich mit Hilfe von Zeugenaussagen bekannt gemacht werden. Gegen sie wurden Haftbefehle erlassen.

Student verteilt Propaganda von Holocaustleugnern bei Probe des Leipziger Uni-Chors

19.

Mai
2008
Montag

Während einer Probe des Leipziger Universitätschors am 19. Mai 2008 hat ein Chormitglied eine CD verteilt, die u.a. die Bücher "Freispruch für Hitler?" von Gerd Honsik und "Vorlesungen über den Holocaust" von Germar Rudolf enthielt. Honsik und Rudolf sind mehrfach verurteilte Holocaustleugner. Weiterhin fanden sich nach Auskunft des Sächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst auf der CD diverse Karikaturen und Zeichnungen. Der Student sei aus dem Chor ausgeschlossen und der Vofall dem Staatsschutz zur Kenntnis gebracht sowie Anzeige bei der Staatsanwaldtschaft erstattet worden.

Rechtsrock-Konzert mit 200 Besuchern in Schildau

17.

Mai
2008
Samstag

In Schildau besuchten etwa 200 Personen ein Neonazi-Konzert mit den Bands Painful Life, Civil Disorder, Diary of A Dying Nation, Guiltily the Pain und Eternal Bleeding. Dies ergab die Antwort auf eine kleine Anfrage an die sächsische Staatsregierung. Ein Veranstalter konnte nicht genannt werden.

Nazis stören Gründungstreffen einer Bürgerinitiative in Grünau

15.

Mai
2008
Donnerstag

15 Nazis fanden sich beim öffentlich angekündigten Treffen einer Bürgerinitiative gegen Rechts im KOMM-Haus in der Selliner Straße in Grünau ein. Sie setzten sich unter dem Vorwand dazu, sich die Diskussion anhören zu wollen,da sie auch was gegen Faschisten hätten, besonders gegen "Rotfaschisten".

Nazis nehmen zukünftiges AJZ Grünau ins Visier

14.

Mai
2008
Mittwoch

Nach einem Treffen im KOMM-Haus in Leipzig-Grünau, bei dem es um die Zukunftsperspektive für ein Alternatives Jugendzentrum im Stadtteil ging, tauchten ungebeten zwei Nazis auf, welche begannen die Teilnehmenden zu fotografieren. Bereits in der vorhergehenden Woche bekamen die TeilnehmerInnen des Stadtrundganges mit dem Oberbürgermeister Jung durch Grünau ungebetenen Besuch von zwei bis drei jungen Menschen, die sich nach dem Stand in Sachen AJZ erkundigten. Erst später stellte sich heraus, dass es sich hierbei um Nazis gehandelt hatte.

Naunhof: Gedenkstein von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht entfernt

13.

Mai
2008
Dienstag

Der Gedenkstein für die beiden ermordeten Sozialistenführer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in Lindhardt, eingemeindeter Ort der Stadt Naunhof, ist geschändet worden. Wie bekannt wurde, müssen Unbekannte bereits in der vergangenen Woche die Tafel mit den Namen abmontiert haben. Die Stadt Naunhof erstattete Anzeige.

Überfall auf dem Heimweg vom Gieszerfest

26.

April
2009
Sonntag

Am Sonntag morgen wurden gegen drei Uhr auf dem Weg von Plagwitz in die Südvorstadt mehrere Personen Opfer eines gewalttätigen Übergriffs. Zwei Personen wurden verletzt und mussten ambulant behandelt werden. Einer der Geschädigten trug zwei Platzwunden am Kopf davon und musste kurzzeitig ins Krankenhaus. Die Betroffenen erstatteten Anzeige bei der Polizei. Bei deren Eintreffen am Tatort waren die beiden Angreifer bereits verschwunden.

Junge Frau wird in der Südvorstadt von acht Nazis angegriffen

1.

Mai
2009
Freitag

Am 1. Mai kam es zu einem drastischen Fall rechtsmotivierter Gewalt in der Öffentlichkeit. Gegen 21:30 bepöbelten acht junge Männer in einem Linienbus der Linie 60 der Leipziger Verkehrsbetriebe eine junge Frau. Nach deren Aussage ordneten die Täter die junge Frau auf Grund ihrer Kleidung dem linksalternativen Spektrum zu. Als die junge Frau um Unterstützung bat, reagierten weder andere Fahrgäste noch der Busfahrer. Mindestens der Busfahrer wäre verpflichtet gewesen, unterstützend einzugreifen und die Polizei zu rufen.

Vermummte Nazis greifen Stadtfestbesucher in Markkleeberg an

1.

Mai
2009
Freitag

Auf dem Markleeberger Stadtfest kam es am 1.Mai gegen 22 Uhr zu einer Massenschlägerei. Informationen der Polizei zufolge drangen etwa 30 zum Teil vermummte Neonazis in das Festzelt ein und attackierten die dort Anwesenden. Mindestens drei Personen wurden verletzt und mussten von einem Notarzt behandelt werden. Die Täter konnten unerkannt im Gedränge des Stadtfestes entkommen.

NPD-Wahlhelfer bedrohen Passant_innen

3.

Mai
2009
Sonntag

In der Nacht vom 3. zum 4. Mai werden in Schleußig, der Südvorstadt, Stötteritz und Holzhausen Wahlplakate der NPD aufgehangen.

"Klebezettel" gefährden in Wurzen die Verkehrssicherheit (und werben für "Nationalen Sozialismus")

16.

April
2009
Donnerstag

Die Wurzener Lokalausgabe der LVZ berichtet am 16. April von einem durch "verschiedene Klebezettel" beinahe "unbrauchbar" gemachten Verkehrsschild am Wurzener Ortseingang. Nur noch ein paar Aufkleber mehr und LKW-Fahrer könnten womöglich nicht mehr erkennen, dass ihnen das Einbiegen von der B6 in die Straße Am Mühlgraben verboten ist. Ein Angestellter der Stadt erklärt, dass es äußerst schwierig sei, die Hinweisschilder von den "unglaublich fest" haftenden Aufklebern zu befreien.

Überfall auf Jugendclub in Geithain

2.

Mai
2009
Samstag

Rund 15 vermummte Neonazis haben in der Nacht zum 3. Mai das Kinder- und Jugendhaus im Geithainer Rosental überfallen. Wie die LVZ-Borna-Geithain berichtete hatten die teilweise mit Zaunslatten bewaffneten Personen um c.a. 0:30 Uhr rund um das Gebäude Knaller gezündet.

Übergriff auf Pizzeriabetreiber

10.

April
2009
Freitag

Mit Bierflaschen haben acht bis zehn Jugendliche am Freitagabend den Betreiber einer Pizzeria in Groitzsch attackiert. Die Täter beschädigten das vor einem Grundstück in der Groitzscher Südstraße abgestellte Lieferfahrzeug, woraufhin das spätere Opfer aus einem Fenster des Erdgeschosses schaute. Ein Tatverdächtiger schlug ihm eine Bierflasche gegen die Stirn, eine weitere Bierflasche wurde durch das geöffnete Fenster geworfen.
Der Mann erlitt durch den Schlag eine Platzwunde, die ambulant versorgt werden musste.

Rassistische Einlasspolitik im Volkspalast

21.

April
2009
Dienstag

Die Leipziger Diskothek Volkspalast auf dem alten Messegelände betreibt eine rassistische Einlasspolitik, welche bedenkenlos auf der Palast-eigenen Internetseite öffentlich präsentiert und darüberhinaus gar als "keineswegs ausländerfeindlich" bezeichnet wird.

Auf einer Unterseite der Diskothek-eigenen Webseite wurden bis zum 22.4.2009 folgende "Einlasskriterien" präsentiert:

Völkischer Antikapitalismus von den "Nationalen Sozialisten Muldental" in Wurzener Briefkästen

18.

März
2009
Mittwoch

In Wurzener Briefkästen sind mit dem Logo der "Nationalen Sozialisten Muldental" verzierte und auf das "Freie Netz Nordsachsen" verweisende Flugblätter mit der Überschrift "National statt Global" aufgetaucht. Als Alternative zu "Globalisierung und kapitalistischer Ausbeutung" wird den mit "Bürger und Bürgerinnen, deutsche Landsleute" angesprochenen Lesern wenig überraschend ein "nationaler Sozialismus" angepriesen.

Nazi-Konzert am Vorabend des 20. Aprils in Borna (Landkreis Leipzig)

19.

April
2008
Samstag

Laut Auskunft des sächsischen Innenenmimisteriums auf eine Kleine Anfrage zu "Rechten Konzerten in Sachsen 2008" fand am 19. April in Borna (Landkreis Leipzig) ein "rechtsextremistisches" Konzert mit etwa 200 Besuchern statt. Dabei traten, quasi am Vorabend des "Führer-Geburtstags", vor allem lokale oder regionale Bands auf. Darunter die im Verfassungsschutzbericht für 2008 genannten Nazi-Bands "Projekt Irminsul" aus dem nahen Geithain sowie "Aryan Hope" aus Wurzen, zudem "Priorität 18" aus Dresden und "Sperrfeuer" (ebenfalls aus Sachsen).

Neue Broschüre "Leipziger Zustände 2021"

Veröffentlichung

Die neue Ausgabe der Broschüre „Leipziger Zustände“ des Projekts chronik.LE ist ab sofort an verschiedenen Stellen in Leipzig kostenlos erhältlich und kann hier auf Webseite heruntergeladen werden.

Pressemitteilung 12.01.2021: Neue Ausgabe der »Leipziger Zustände« erschienen

Pressemitteilung

Das Dokumentationsprojekt chronik.LE des Engagierte Wissenschaft e.V. liefert in der mittlerweile siebten Ausgabe der Broschüre »Leipziger Zustände« u.a. ein umfassendes Bild der jüngsten Corona-Proteste und legt damit einen Schwerpunkt auf die Analyse dieser heterogenen Bewegung. Die alle zwei Jahre erscheinende Publikation bietet außerdem einen Überblick zu Neonazismus, Rassismus und weiteren Formen von Diskriminierung in der Leipziger Region.

Den Blick schärfen. Eine Momentaufnahme zu rechten Strukturen und Verschwörungsideologien im Landkreis Leipzig

Veröffentlichung

Die neue Broschüre „Den Blick schärfen. Eine Momentaufnahme zu rechten Strukturen und Verschwörungsideologien im Landkreis Leipzig" kann ab sofort hier auf der Webseite heruntergeladen werden.

Verschwörungsideologien in Zeiten der Corona-Pandemie im Landkreis Leipzig

Text

„Jeder kennt einen der von Verschwörung schwadroniert,
Und er weiß, wer die Medien und die Börsen kontrolliert,
Dem es leicht fällt, die Welt in Gut und Böse zu sortieren,
Und er kennt auch immer eine simple Lösung des Problems:
Zu Verschwörungstheorien gehören Vernichtungsfantasien.
Sie können sagen was sie wollen, sie sind schlicht Antisemiten,
All die Pseudo-Gesellschaftskritiker,
die Elsässer, die KenFM-Weltverbesserer:
Nichts als Hetzer in deutscher Tradition.
Die den Holocaust nicht leugnen, sie deuten ihn um.“
Antilopen Gang: Beate Zschäpe hört U2

Neue Dossiers

Am 7. Januar 2020 laden Journalist*innen von „Funk“, dem jungen Angebot der ARD, eine Reportage ins Netz: „Spannervideos: Wer filmt Frauen auf Toiletten?“. Darin deckt die Journalistin Patrizia Schlosser die Geschichte eines Mannes auf, der heimlich...
„Jeder kennt einen der von Verschwörung schwadroniert, Und er weiß, wer die Medien und die Börsen kontrolliert, Dem es leicht fällt, die Welt in Gut und Böse zu sortieren, Und er kennt auch immer eine simple Lösung des Problems: Zu...
Seit einigen Monaten kommt es im und um den Steinbruch Spielberg in Böhlitz (Thallwitz) vermehrt zu Propagandaaktivitäten, Bedrohungen und Angriffen von Neonazis. Diese richten sich hauptsächlich gegen Klettersportler_innen, die häufig aus...
​Die erste Coronaschutzverordnung war in Sachsen gerade zwei Wochen alt, da fanden sich auch in Leipzig Menschen zusammen, die hier etwas bewegen wollten. Was genau, war und blieb diffus, da es sich um eine unübersichtliche und heterogene Bewegung...
Schulen haben den Auftrag, jungen Menschen Mündigkeit sowie eine freiheitlich-demokratische Haltung zu vermitteln, die demokratische Gesellschaften idealerweise auszeichnen. Dazu gehört auch, sich aktiv allen Formen von Diskriminierung entgegen zu...
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