Dossiers

Nie ohne Fluchtplan - Eine Betroffene rechter Gewalt berichtet

Neonazismus

Der Alltag in einer Kleinstadt verkommt zum Spießrutenlauf, wenn man nicht ins Bild passt. In Bad Lausick (Landkreis Leipzig) haben Neonazis einer Berufsschülerin nachgestellt. Uns erzählt sie von vielen bedrohlichen Begegnungen – und ihrer Angst, immer einen Fluchtplan zu brauchen.

Das Problem heißt Rassismus. Armut und soziale Ungerechtigkeit sollen auf dem Rücken von Migrant_innen ausgetragen werden

Rassismus

„Deutschland schafft sich ab“, prophezeit der ehemalige Bundesbanker Thilo Sarrazin (SPD) in seinem Ende August erschienenen Buch. Er löste damit bundesweit eine kontrovers geführte öffentliche Debatte über Migration und Integration aus, die vor allem durch zweierlei auffällt: heftige Emotionen und eine bislang ungekannte Akzeptanz rassistischer und diskriminierender Äußerungen. Auch die Leipziger Volkszeitung (LVZ) hat sich hierbei sehr unrühmlich hervorgetan.

Nur die Fakten sterben aus. Zu wissenschaftlichem Wert, politischem Zweck und diskriminierender Funktion von Bevölkerungsprognosen

Rassismus

„Die BRD führt uns unaufhaltsam in den Volkstod“, wurde unlängst auf einer Neonazi-Website aus dem Leipziger Umland schwadroniert. „Der finale Todesstoß wird mit der Überfremdung unserer Heimat mittels herangekarrter Migranten gesetzt.“ Solche apokalyptischen Äußerungen sind Werbung für nationalsozialistische Ideologie. Schon 1984 rechnete der neonazistische „Schutzbund für das deutsche Volk“ (SDV) vor, in 300 Jahren werde es nur noch 6400 Deutsche geben. Der Gründung des SDV ging 1981 das so genannte „Heidelberger Manifest“ voraus, in dem eine Hand voll deutscher Professoren per Unterschrift ihre Besorgnis über eine angebliche „Unterwanderung des deutschen Volkes durch Zuzug von vielen Millionen von Ausländern und ihren Familien, die Überfremdung unserer Sprache, unserer Kultur und unseres Volkstums“ ausdrückten.

Falsch verbunden! Brandanschlag auf Imbiss in Eilenburg

Rassismus

Was passiert, wenn alles was man sich aufgebaut hat, in einer Nacht zerstört wird? Wie schöpft man neue Kraft, wenn man immer wieder auf Hindernisse trifft? Wie geht man damit um, wenn man täglich diskriminiert wird? Eine Reportage über den alltäglichen Rassismus in Deutschland.

Sie kamen nicht durch! So "lief" der Nazi-Aufmarsch am 17. Oktober 2009

Neonazismus

Am 17. Oktober 2009 versammelten sich ab Mittag rund 1350 Neonazis am S-Bahnhof Sellerhausen, um unter dem Motto "Recht auf Zukunft" durch den Leipziger Osten und die Innenstadt zum Hauptbahnhof zu marschieren. Doch dazu kam es nicht, die Versammlung wurde gegen 16 Uhr aufgrund von Angriffen einiger ungeduldiger Demonstrationsteilnehmer auf Polizist_innen aufgelöst.

Wenn Neonazis zündeln - Brandanschläge in Sachsen

Rassismus

In den letzten Monaten häuft sich in Sachsen die Zahl der Brandanschläge. Diese richten sich insbesondere gegen linke Einrichtungen sowie Wohnorte und Geschäfte von Migrant_innen. Die Täter_innen kommen höchstwahrscheinlich aus der rechten Szene und ihre Aktionen passen zur Einschüchterungs-Strategie der Neonazis, gegen unliebige Personen gewaltsam vorzugehen. Ermittlungsergebnisse liegen in den meisten Fällen nicht vor, obwohl vielfach Menschenleben gefährdet worden sind.

Nazikonzerte in Leipzig und Umgebung im Jahr 2009

Neonazismus

Musik mit rassistischen, antisemitischen und neonazistischen Botschaften ist ein wichtiger Ideologieträger der Naziszene in Deutschland. Konzerte dienen als Dreh- und Angelpunkte der Szene. Hier wird nicht nur gemeinschaftlich zur Musik gefeiert, sondern es werden Kontakte geknüpft und gefestigt und auch eine Vielzahl von Neonazi-Merchandise-Artikeln, wie CD's und T-Shirts, verkauft. Die gestiegene Zahl von Konzerten verdeutlicht die hohe Relevanz der Musik für die Neonazi-Szene.

Viele Konzerte werden "heimlich" und unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt - man will unter sich bleiben um kein Blatt vor den Mund nehmen müssen. Die folgende Auflistung ist wohl demzufolge unvollständig, tatsächlich fanden in Sachsen und auch in Leipzig vermutlich mehr neonazistische Konzerte statt.

Sexismus muss sichtbar gemacht werden. (Selbst-)Kritik des Unsichtbarlassens sexistischer Diskriminierungen.

Sexismus

chronik.LE hat im Mai 2009 die Broschüre Leipziger Zustände, in der sich verschiedene Autor_innen und Projekte mit dem Thema Diskriminierung beschäftigen, veröffentlicht. Die Redaktion der Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik - outside the box schrieb in der Broschüre einen Text zur Schwierigkeit, sexistische Normalzustände zu dokumentieren. Mit folgendem Text, erschienen in der ersten Ausgabe der outside the box Dezember 2009, greift die chronik.LE-Redaktion diese Diskussion wieder auf.

Nach "Brandis": Prozesse gegen Neonazis

Neonazismus

Nach dem Angriff auf Anhänger_innen und Spieler des Fußballvereins Roter Stern Leipzig am 23. Oktober 2009 bei einem Auswärtsspiel in Brandis laufen seit Ende Februar 2010 die Verhandlungen gegen die Täter. Die ersten Prozesse gegen fünf in Untersuchungshaft sitzende Angeklagte werden am Amtsgericht in Leipzig geführt; weitere Prozesse finden am Amtsgericht Grimma statt. Chronik.LE dokumentiert die Berichte von Prozessbeobachter_innen.
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Ende der "Freiheit": In Leipzig und Umgebung sollen die "Freien Kräfte" an die NPD gebunden werden

Neonazismus

Im nordwestlichen Sachsen strukturiert sich die aktive Neonazi-Szene neu. Deutlichster Ausdruck dafür ist die Gründung von vier JN-"Stützpunkten" in Delitzsch-Eilenburg, Torgau, Oschatz und Wurzen Ende November 2009. Die JN (Junge Nationaldemokraten) ist die Nachwuchsorganisation der neonazistischen Partei NPD. Nach Vorarbeit des ehemaligen Kameradschaftsführers und Initiators des "Freien Netzes" (FN) Maik Scheffler sollen die JN-Stützpunkte junge Nazis an die NPD binden. Die "Freiheit" des "Freien Netzes" bestand in der Distanz der Gruppierungen zum parlamentarischen System, also auch zur Neonazipartei NPD. Deswegen mag die Eingliederung in eben diese Parteistrukturen eigenartig wirken, ist aber Ergebnis einer Entwicklung, die schon 2008 begann.

An den Stadtrand abgeschoben - Neubau eines Heims für AsylbewerberInnen in der Leipziger Wodanstraße

Rassismus

Der folgende Text beleuchtet die Hintergründe der kritisierten Stadtratsentscheidung zum Neubau eines AsylbewerberInnen-Heimes in der Leipziger Wodanstraße. Chronik.LE dokumentiert einen Text aus dem Conne-Island-Newsflyer, der ursprünglich in der Ausgabe 168 veröffentlicht wurde.

Ausweichorganisation für Holocaustleugner in Sachsen? Der Verein Gedächtnisstätte in Borna

Geschichtsrevisionismus

Nach der Bestätigung des Verbots der rechtsextremen Vereine "Collegium Humanum" und "Bauernhilfe" vor dem Bundesverwaltungsgericht gerät nun auch der "Verein Gedächtnisstätte" verstärkt in das Licht der Öffentlichkeit.

Von Kai Budler - übernommen von NPD-BLOG.INFO / 26.8.2009

Grimma: Asylbewerber_innen protestieren gegen Zustände im Heim

Rassismus

Zwischen dem 24. Juni und dem 8. Juli besetzten vier Asylbewerber_innen-Familien die Grimmaer Frauenkirche, um gegen die Zustände in ihrem Heim zu demonstrieren. Die Art und Weise der Unterbringung von Asybewerber_innen in Gemeinschaftsunterkünften ist immer wieder Gegenstand von Kritik. In Grimma offenbarte sich einmal mehr der institutionelle, staatliche Rassismus im Umgang mit Asylbewerber_innen. Der folgende Beitrag beleuchtet diesen Fall vorwiegend auf Basis einer Pressemitteilung der "kritisch intervenierenden Antirassist_innen". Andere Quellen sind als solche gekennzeichnet.

Behinderte Menschen als Kostenfaktor - Dieses Denken ist auch heute noch ganz gefährlich

Weitere Dossiers

GUNTER JÄHNIG VOM BEHINDERTENVERBAND LEIPZIG IM INTERVIEW

Die Maxime des Behindertenverbandes Leipzig (BVL) lautet: „Einander verstehen – miteinander leben“. Für die Interessen behinderter Menschen setzt er sich ein, gemeinsam mit dem Stadtverband der Hörgeschädigten, mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband und der Selbsthilfegruppe für Augenerkrankungen „Pro Retina“. Der BVL betreibt unter anderem einen Behindertenfahrdienst und eine Freilandschule und Begegnungsstätte am Elsterstausee. Im März 2009 sprach chronik.LE mit dem Geschäftsführer des BVL, Gunter Jähnig, über die Anliegen des Verbandes, Behindertenabwertung und Erinnerungskultur in Leipzig.

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KONTAKT

Behindertenverband Leipzig e.V.
Bernhard-Göring-Str. 152 / 04277 Leipzig
Telefon: 0341/30 65 120
E-Mail: bvl.leipzig ät t-online.de
www.le-online.de

Über sexistische Normalzustände - People would like you more if you grew a beard

Sexismus

Artikel von "outside the box - Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik" in der chronik.LE-Broschüre "Leipziger Zustände"

Dieser Artikel soll darlegen, was Sexismus ist und was die Schwierigkeiten der Dokumentation sexistischer Vorfälle sind. Sexismus basiert auf der bipolaren Geschlechterkategorisierung in Mann und Frau. Unsere Kritik jedoch hat zur Grundlage, dass Geschlechter gesellschaftlich konstruiert sind.

Sexismus ist die Unterdrückung und Diskriminierung von Menschen aufgrund des Geschlechts und der sexuellen Orientierung. Das klingt eindeutig – dennoch ist Sexismus nicht so leicht zu dokumentieren, wie diese Definition es nahelegt. Sexismus geht tiefer: Er ist als Bestandteil der Gesellschaft und mit ihrem Funktionieren verwoben und damit gesellschaftliche Normalität.

Fußball und Diskriminierung am Beispiel Leipziger Fußballfans

Fußball

Beitrag von Ulrike Fabich und Adam Bednarsky aus der chronik.LE Broschüre "Leipziger Zustände"
Das Fußballspiel ist die populärste Sportart in Deutschland. Neben dem hohen Freizeitwert fallen jedoch auch eine Reihe negativer Begleiterscheinungen auf – gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen gegnerischen Fans oder Fans und der Polizei, Rassismus und andere Diskriminierungen von Fans oder Spielern.

Moderne Nazis? Die "Freien Kräfte" und der Nationalsozialismus

Neonazismus

Dieser Text beschäftigt sich mit der neonazistischen Ideologie der „Freien Kräfte“. Er soll grob die Denkmuster nachzeichnen, die hinter dem Handeln moderner Nazis wie den „Freien Kräften“ stehen. Es soll gezeigt werden, dass es sich bei „Autonomen Nationalisten“, „nationalen Sozialisten“, „Freien Nationalisten“, kurzum den „Nationalen Aktivisten“ aus unserer Nachbarschaft, um echte Nationalsozialisten im ideologischen Sinne handelt. Die Analyse wird mit drei Texten untermauert, die Anfang 2009 auf dem „Freien Netz Leipzig“ veröffentlicht wurden.

Neonazis in Leipzig: Die "Freien Kräfte"

Neonazismus

ANALYSE DER AKTIVITÄTEN UND STRUKTUREN DER LEIPZIGER NEONAZI-GRUPPIERUNG „FREIE KRÄFTE LEIPZIG“ (FKL).

Mit den „Freien Kräften Leipzig“ (FKL) besteht in Leipzig eine Neonazigruppierung, die über feste Strukturen verfügt und durch ihre Teilnahme am Internetportal „Freies Netz“ in überregionale Strukturen eingebettet ist.

Was ist Diskriminierung? - Annäherung an ein Phänomen

Rassismus

Der folgende Beitrag soll keine theoretische Herleitung der Definition von Diskriminierung, sondern vielmehr eine Annäherung an ein soziales Phänomen darstellen. Zudem hat der Artikel nicht den Anspruch einer detaillierten Analyse des Phänomens Diskriminierung, vielmehr soll er aus verschiedenen Perspektiven skizzieren, was Diskriminierung ist.

Das soziale Phänomen der Diskriminierung ist nicht ausschließlich am Rand der Gesellschaft zu verorten, wie es überwiegend in den Medien kommuniziert wird, sondern taucht vor allem in der Mitte der Gesellschaft auf. Diese Tatsache wird jedoch im Mainstreamdiskurs verschwiegen, dort wird rassistische Diskriminierung überwiegend als ein Nazi-Problem thematisiert.