20 Nazis stören Informationsveranstaltung zum Moscheeneubau in der Michaeliskirche

Druckeroptimierte VersionAls Email versenden

7.

November
2013
Donnerstag

Im Zuge der Debatte um den Moscheeneubau in Leipzig-Gohlis hatte die Stadt Leipzig zu einer Informationsveranstaltung in der Michaeliskirche geladen. Mit auf dem Podium saßen OBM Burkhard Jung, die Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau, der Vorsitzende der Ahmadiyya Abdullah Wagishauser, der Pfarrer der Michaeliskirche Ralf Günther und der Integrationsbeauftragte der Stadt Stojan Gugutschkow. Etwa 550 Menschen waren zu der Veranstaltung an diesem Abend gekommen. Darunter auch etwa 15 Nazis. Diese waren gemeinschaftlich erschienen und versuchten bereits beim Eintreffen eine Stadträtin einzuschüchtern, was sie dann während der Veranstaltung fortsetzten.

Mit dabei waren der u.a. der stellvertretende NPD-Landesvorsitzende Maik Scheffler aus Delitzsch und aus Leipzig unter anderem Enrico Böhm und Alexander Kurth. Immer wieder störten diese die Veranstaltung mit Zwischenrufen. Mit von der Partie waren außerdem ein Nazifotograf, der ungestört die Besucher der Veranstaltung abfotografierte und ein NPD-naher, aggressiv auftretender ehemaliger Bundespolizist mit französischem Akzent.

Die Leipziger Stadträtin Juliane Nagel (Die Linke) kritisierte im Nachgang des Informationsabends, dass es den Veranstaltern an einem tatsächlichen Konzept zum Umgang mit der anwesenden Nazigruppe gefehlt hätte. Entgegen der vorherigen Ansage des Leiters des Amtes für Stadterneuerung und Wohnungbauförderung wäre zum Ende der Veranstaltung doch noch Maik Scheffler das Wort erteilt worden.

Quelle: 

Kleine Anfrage Drs.-Nr. 5/13460 ("Aktivitäten der NPD in Sachsen 2013"); Blog Juliane Nagel (http://jule.linxxnet.de/index.php/2013/11/npd-will-gegen-moschee-in-leipzig-gohlis-demonstrieren/); chronikLE