Angebliche Bürgerinitiative "Leipzig steht auf" bekennt sich offen zur NPD

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16.

März
2014
Sonntag

Nachdem Anfang Februar schließlich sogar der sogenannte "Verfassungsschutz" der rassistischen Initiative "Leipzig steht auf" bescheinigt hat, von der NPD initiiert oder zumindest personell und logistisch unterstützt zu sein, wirbt die selbsternannte Bürgerinitiative auf ihrer Facebook-Seite nun ganz offen für die Neonazis. Seit dem 16. März erschienen dort mehrere Postings, in denen Anhänger_innen der virtuellen Initiative zur Wahl der NPD aufgefordert werden. Zudem wird die unmittelbare Protest-Konkurrenz von der "Alternative für Deutschland" als "Multikulti"-beeinflusst bezeichnet ("Die AfD zeigt sich Multikulti- so etwas brauchen wir in Leipzig nicht!").

Von Personalüberschneidungen bei der anonym agierenden Initiative mit der NPD zeugt auch eine kurze Meldung zur Stadtratssitzung am 19. März. Diese wurden von der Zuschauertribühne aus von mehreren NPD-Kandidaten verfolgt. Und prompt berichtet auch "Leipzig steht auf" bei Facebook von einer "Stippvisite bei der Stadtratssitzung am 19.03.14 im Leipziger Rathaus". Natürlich wieder verbunden mit einer eindeutigen Wahlempfehlung: "Machen Sie deshalb zur Wahl am 25.5.14 Ihr Kreuz dei der NPD." Deren politische Forderungen seien nicht "rassistisch sondern realistisch!" Alles eine Frage der Perspektive.

Die Internetinitiative hat nun sogar ihr Herz für "politische Minderheiten" entdeckt. Noch vor wenigen Wochen hatte die BI zu einer Kundgebung gegen angebliche "Minderheitenpolitik im Leipziger Rathaus" gerufen. Nun heißt es: "Wir grenzen keine politischen Minderheiten, wie die NPD aus."

Die angebliche Bürgerinitiative ist also auch in der eigenen Darstellung zum bloßen Wahlvehikel der NPD geschrumpft, die ganz zurecht als eine kleine Minderheit klassifiziert wird. Der Spagat zwischen Bürger-Mob und Nazi-Wahlverein ist ausgestanden.

Quelle: 

chronik.LE, Facebook-Seite von "Leipzig steht auf", L-IZ vom 09.02.2014 über die späte Erkenntnis des "Verfassungsschutzes", leipzig.antifa.de vom 11.03.2014 über das "Kartell der Hetzer" bei den angeblichen Bürgerinitiativen "Gohlis sagt Nein", "IG Schönefeld" und "Leipzig steht auf"