Angriff auf Hausprojekt im Leipziger Westen

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27.

April
2014
Sonntag

In der Nacht von Samstag auf Sonntag haben mehrere Personen kurz vor fünf Uhr bei einem Hausprojekt in Lindenau Scheiben eingeschlagen. Die Bewohner_innen fanden vor der Eingangstür zum Veranstaltungsraum des Hauses mehrere Steine und eine kaputte Flasche. Die Vermutung liegt nahe, dass der Tat ein neonazistisches Motiv zugrundeliegt.

In dem Haus finden u.a. öffentliche Veranstaltungen zu aktuellen Themen wie zuletzt der Situation von Asylsuchenden im Leipziger Land statt. Außerdem werden die Räume für Initiativen wie das wöchentliche Essen für alle, eine queer-feministische Veranstaltungsreihe und in der kalten Jahreszeit für einen Eltern-Kind-Treff genutzt. Solche kulturellen Projekte und politische Initiativen sowie die vielfältigen Lebensweisen der Bewohner_innen sind den Nazis offenkundig ein Dorn im Auge.

Bereits im Mai 2011 wurde das Selbstnutzung betriebene und sanierte Haus gezielt angegriffen und dort Scheiben eingeschlagen. In dem Stadtteil, in dem sich auch das Nazi-Zentrum in der Odermannstraße 8 befindet, wurden schon mehrfach Kunst- & Kultureinrichtungen und Wohnprojekte wie auch ein Wagenplatz angegriffen.

Die Bewohner_innen des zuletzt betroffenen Hauses eklärten: "Dieses Klima der Einschüchterung in Lindenau können und wollen wir nicht länger ertragen. Wir rufen Gesellschaft und Politik auf, alles zu tun, um diesem unsäglichen Treiben ein Ende zu setzen!"

Quelle: 

Betroffene, chronik.LE