Angriff auf Pakistaner in Bad Düben

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8.

Juli
2018
Sonntag

In der Nacht von Samstag zu Sonntag besucht der aus Pakistan stammende 31-jährige Jawad Muhammad die Sputnik Heimattour des Mitteldeutschen Rundfunks in Bad Düben. Als er sich gegen 3.30 Uhr mit zwei Freunden auf den Nachhauseweg macht, wird er von etwa 15 stark alkoholisierten Personen verfolgt und rassistisch beleidigt. Drei bis vier der Täter_innen greifen ihn schließlich an, wobei sie ihm beide Hände brechen. Muhammad berichtet in einem Interview mit der LVZ, dass er unter Schmerzen mit seinem Auto fliehen konnte, welches zeitweilig von den Angreifer_innen umstellt war. Erst dann war es möglich einen Krankenwagen zu rufen.

Jawad Muhammad musste aufgrund seiner politischen Aktivitäten für mehr Autonomie und Gerechtigkeit in der Region Belutschistan in Pakistan fliehen und lebt seit 2014 in Deutschland. Als politischer Aktivist in Pakistan machte er immer wieder auf die ständige Unterdrückung und willkürliche Festnahmen durch das pakistanische Militär aufmerksam.

Der Vorfall ist nach Schilderung des Betroffenen nicht der erste dieser Art: "Dieser Angriff auf mich ist kein Einzelfall. So wie mein Wohnhaus bereits mehrfach von Vorfällen betroffen war, sehen sich auch meine Kinder in der Schule einer ständigen rassistischen Diskriminierung ausgesetzt. Viele Freunde und Bekannte, vor allem aus Nordsachsen, trauen sich mittlerweile nicht mehr, abends ihre Wohnungen zu verlassen und öffentliche Veranstaltungen zu besuchen. Nicht ohne Grund, wie dieser Übergriff zeigt".

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