Antisemitische Schmiererei an Gedenktafel

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19.

Juni
2018
Dienstag

Unbekannte beschmieren die Gedenktafel am Synagogen-Denkmal in der Gottschedstraße mit antisemitischem Inhalt. Das eingeleitete Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung wird im Oktober 2018 eingestellt, da keine Tatverdächtigen ermittelt werden können.

Das Synagogen-Denkmal befindet sich in der Gottschedstraße. Sie besteht aus 140 bronzenen Stühlen, die aufgereiht auf einem Plateau stehen. Umgeben ist das Plateau von grünem Gesträuch sowie einer niedrigen Mauer. Der Grundriss ist der im September 1855 eingeweihten Großen Gemeindesynagoge nachempfunden. Die leeren Stühle befinden sich "in" der ehemaligen Synagoge, folglich eine Metapher für den Verlust jüdischen Lebens in Leipzig durch den Nationalsozialismus:
1929 hatte die jüdische Gemeinde Leipzigs über 14.000 Mitglieder und war damit die größte jüdische Gemeinde in Sachsen und eine der größten Deutschlands. Nur 24 Gemeindemitglieder überlebten die systematische Verfolgung und Ermordung jüdischer Menschen zwischen 1933 und 1945.
Die Synagoge wurde während der Novemberpogrome 1938 zerstört. Im Juni 2001 wurde der Gedenkort eröffnet.