Antisemitische Schmierereien in Oschatz

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30.

Oktober
2017
Montag

Unbekannte beschmieren die Außenwand der Stadtverwaltung Oschatz mit den Worten "Kauft nicht bei Juden" und einem Davidstern. Der Schriftzug bezieht sich auf den so genannten Judenboykott, ein durch die Nationalsozialisten geprägter Begriff. Am 1. April 1933 standen überall in deutschen Städten uniformierte, teils auch bewaffnete SA-, HJ- und Stahlhelm-Posten vor jüdischen Geschäften, Arztpraxen und Anwaltskanzleien und hinderten etwaige Kunden den ganzen Tag daran, diese zu betreten. Schilder und Plakate forderten: "Deutsche! Wehrt euch! Kauft nicht bei(m) Juden! – Die Juden sind unser Unglück! - Meidet jüdische Ärzte! – Geht nicht zu jüdischen Rechtsanwälten!" Der Boykott war der Anfang, der in der Shoah endenden, Judenvertreibung- und vernichtung durch die Nationalsozialisten.
Das eingeleitete Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung wird im Januar 2018 eingestellt, da keine Tatverdächtigen ermittelt werden können.