Antisemitischer Fangesang beim letzten Spiel des FC Sachsen

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22.

Mai
2011
Sonntag

Mit der Auflösung des Vereins FC Sachsen Leipzig endet ein Stück Leipziger Fußballgeschichte. Vielen Fans war das letzte Spiel des Vereins Anlass genug, vermeintliche Fußballtraditionen wieder aufleben zu lassen: Während des Spiels sangen außergewöhnliche viele Anhänger des Vereins das sogenannte "U-Bahnlied" ("Eine U-Bahn bauen wir - von xy bis nach Auschwitz").

Mit dem U-Bahn-Lied wird eindeutig ein positiver Bezug auf den Nationalsozialismus vollzogen. Das als Vernichtungslager errichtete Auschwitz-Birkenau war der größte deutsche Lagerkomplex im System der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Mit dem Lied wird der dort aktiv betriebene Massenmord an über einer Million Menschen begrüßt. In diesem Kontext wird das sogenannte "U-Bahnlied" insbesondere im Fußball häufig in Richtung der gegnerischen Fans gesungen.

Ebenfalls wurde bei dem Spiel des öfteren Lautstark aus dem Publikum verkündet, dass nur ein "Leutzscher ein Deutscher" sei. Auf der Internetseite einer neonazistischen Fangruppierung wird erfreut über die rassistischen und antisemitischen Ausbrüche berichtet: "wir fanden es schön mal wieder solchen Old School Support zu sehen und zu hören!"

Das Spiel musste mehrmals unterbrochen werden, jedoch nicht wegen der eindeutigen Fangesänge, sondern wegen Feuerwerkskörpern und Personen, die in den Innenbereich drängten. Nach Ende des Spiels wurde die Geschäftsstelle des Vereins sowie Einsatzkräfte der Polizei attackiert.

Quelle: 

Augenzeug_innenbericht, Berichte aus Perspektive neonazistischer Sachsen-Leipzig-Fans