Aufmärsche: 500 frustrierte Neonazis scheitern auch in Leipzig

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19.

Februar
2011
Samstag

Mehrere Tausend Neonazis scheiterten am Samstag zum wiederholten Male bei dem Versuch, Großaufmärsche in Dresden durchzuführen. Bereits 2010 wurde der von der Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland (JLO) organisierte Aufmarsch anlässlich der Bombardierung der Stadt im Jahre 1945 von Tausenden von Gegendemonstrant_innen blockiert.

Als am späten Nachmittag allmählich klar wurde, dass es auch 2011 keinen Nazi-Aufmarsch in Dresden geben würde, fuhren ca. 500 frustrierte Neonazis mit einem Regionalzug nach Leipzig. Ziel war es, spontan eine Demonstration in Leipziger Innenstadt durchzuführen. Gegen 18.20 Uhr erreichten sie den Leipziger Hauptbahnhof. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich bereits massiver Gegenprotest am Gleis 23 formiert. Zahlreiche Einsatzkräfte der Polizei waren präsent.

Die Polizei hielt die Nazis auf dem Bahnsteig fest und trennte sie von der mittlerweile ebenfalls auf mehrere Hundert angewachsenen Gruppe der Gegendemonstrant_innen. Die Anmeldung einer Spontandemonstration wurde den Neonazis vom Leipziger Polizeipräsidenten mit Verweis auf den "polizeilichen Notstand" verweigert. Aufgrund des Großeinsatzes in Dresden standen angesichts des antifaschistischen Gegenprotests zu wenige Einsatzkräfte in Leipzig zur Verfügung.

Ab 19 Uhr löste die Polizei die Ansammlung auf, indem sie die Leipziger Neonazis in kleinen Gruppen aus dem Bahnhof geleitete. Die von außerhalb Angereisten wurden nach und nach in Züge Richtung Berlin, Halle und Chemnitz gesetzt.