"Ballonaktion" der Identitären Bewegung an der Uni Leipzig

Druckeroptimierte VersionAls Email versenden

11.

April
2018
Mittwoch

Zum Semesterbeginn lassen Mitglieder der sogenannten "Identitären Bewegung" in den Gebäuden der Universität Leipzig gelbe Luftballons an die Decke steigen, an denen Aufkleber befestigt sind. Diese werden innerhalb kürzester Zeit entfernt.

Als Reaktion darauf versammeln sich am Vormittag spontan etwa 100 Studierende zu einer Kundgebung auf dem Innenhof der Universität. Dabei halten sie zwei Banner mit den Aufschriften "Kein Platz für Rassismus auf unserem Campus" und "Campus bleibt nazifrei - kein Platz der Identitären Bewegung" hoch. Der Stura beantwortet die Aktion mit bunten Luftballons, auf denen Botschaften wie "Refugees Welcome" und "Fight Sexism" stehen.

Die "Identitäre Bewegung" kommt ursprünglich aus Frankreich und ist seit 2012 auch in Deutschland vertreten. Ihre Ideologie begründet sich dabei im Ethnopluralismus. Diese kulturrassistische Argumentation geht davon aus, dass es unterscheidbare und homogene Kulturkreise gäbe, die durch Migration bedroht seien. Die "Identitäre Bewegung" tritt betont jugendlich und popkulturell auf, ihre rassistischen und islamfeindlichen Positionen werden dabei aktionistisch verpackt. Sie treten außerdem besonders im Internet in Erscheinung. Mehr Infos auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung (2014).
Rassismus auf Basis kultureller Zuschreibungen stellt die moderne Variante klassisch-rassistischer Ideologie dar, welche nach 1945 gesellschaftlich verpöhnt ist.