Blutige Schweineköpfe - Anschlag auf das Baugelände der geplanten Ahmadiyya Moschee

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14.

November
2013
Donnerstag

Am Donnerstag Abend wurde auf das Gelände der geplanten Ahmadiyya Moschee in der Georg-Schumann-Straße im Stadtteil Gohlis ein besonders aggressiver rassistischer Anschlag verübt. Unbekannte hatten fünf abgetrennte Schweineköpfe auf Holzpfählen aufgespießt sowie Feuer auf dem Gelände und in einer Tonne gelegt.

Die Provokation zielt auf eine Beleidigung der Islamischen Religion, in der Schweine als besonders unreine Tiere gelten, deren Verzehr durch die religiösen Vorschriften untersagt wird. Sie kann als ein Versuch der "Schändung" des Geländes gewertet werden, mit dem Ziel, auf beiden Seiten einen religiösen Hass hervorzurufen. Sie steht in der Tradition religiös motivierter Moschee-Entweihungen in teils blutigen Konflikten weltweit.

Sie stellt den traurigen Höhepunkt der rassistisch aufgeladenen Auseinandersetzungen um den geplanten Bau einer Moschee in Gohlis dar, die mit der Bekanntgabe entsprechender Pläne Ende September 2013 begannen.

In die rassistischen Bürgerproteste klinkten sich von Anfang an die nationalsozialistische NPD sowie einzelne Mitglieder einer ortsansässigen Leipziger Burschenschaft ein. Die Mittelalterlichkeit und Primitivität des Anschlags macht eine Nationalsozialistische Urheberschaft wahrscheinlich. Entsprechend hat laut LVZ auch der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen.