Bombardierung von Dresden: Überblick aller dokumentierten Ereignisse (2013)

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13.

Februar
2013
Mittwoch

Sowohl in Nordsachsen als auch im Landkreis Leipzig nutzten Neonazis den Jahrestag der Bombardierung Dresdens für Propaganda-Aktionen.

So stellten sich laut Angaben der JN-Nordsachsen in Eilenburg zwei Nazis mit einem Transparent vor ein Einkaufszentrum, auf dem der Schriftzug "Schon Vergessen? Kein Vergeben! Kein Vergessen!" stand. Daneben war ein stilisierter Bomber abgebildet. Der gleichen Quelle zufolge hingen auch in Geithain und Grimma Neonazis mehrere Plakate auf. Zudem sollen in Grimma Flugblätter verteilt worden sein.

Laut Medieninformationen der Polizeidirektion Leipzig wurde bereits in der Nacht zu Mittwoch eine Person am Bahnhof in Borna gestellt. Ein 22-jähriger entfernte sich aufgrund einer Polizeistreife sichtlich auffällig vom Bahnhof. Auf der versuchten Flucht warf die Person ein Funkgerät weg. Die Beamten konnten den Verdächtigen stellen. Bei der örtlichen Kontrolle fanden die Polizeibeamten einen offensichtlich frisch gesprühten Schriftzug in der Bahnunterführung sowie drei herumliegende Spraydosen vor. Bei dem Gestellten konnten anschließend Arbeitshandschuhe samt Farbe sichergestellt werden. Der gesprühte Schriftzug "300.000 Tote!!! Dresden 1945 - Ein Meer voller Tränen" bezieht sich eindeutig geschichtsrevisionistisch auf den Jahrestag der Bombardierung Dresdens.

Anlass für die jährlichen Aktionen der Neonazis ist der Jahrestag der Bombardierung Dresdens am 13./14. Februar 1945 durch die Alliierten. Nicht nur Neonazis nutzen den Tag jährlich, um eine überhöhte Anzahl an Todesopfern zu behaupten. Aufgrund der unklaren Lage der Anzahl getöter Menschen in Dresden arbeitete von 2004 bis 2010 eine durch die Stadt Dresden beauftragte »Historikerkommission zu den Luftangriffen auf Dresden zwischen dem 13. und 15. Februar 1945«. Unter anderem wurden die von Neonazis immer wieder zu Felde geführten und übertrieben hoch angesetzten Opferzahlen von 300.000 (bis hin zu einer Million) widerlegt.