Bombenleger referiert bei der NPD Leipzig über "Widerstand in der DDR"

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13.

August
2011
Samstag

Am Sonnabend referierte Josef Kneifel im NPD-Zentrum in der Leipziger Odermannstraße zum Thema "Widerstand in der DDR". Kneifel führte 1980 einen Bombenanschlag auf ein sowjetisches Denkmal in Chemnitz aus, bei dem mehrere Menschen verletzt wurden. Heute engagiert er sich in der neonazistischen "Hilfsgemeinschaft für nationale Gefangene" (HNG) und tritt bei Propagandaveranstaltungen als "Zeitzeuge" auf.

Am 9. März 1980 beschädigte Josef Kneifel in Chemnitz ein “Panzerdenkmal” bei dem Versuch es vom Sockel zu sprengen und verletzte dabei mehrere Passant_innen. Für diese Tat wurde er vom DDR-Regime zu einer lebenslangen Haft verurteilt und 1987 von der BRD freigekauft. Obwohl sich Kneifel offen in neonazistischen Kreisen bewegt, gelang es ihm wiederholt, sich als Freiheitskämpfer zu inszenieren.

Der MDR stellte ihn beispielsweise als “Wegbereiter” der Demokratie in Ostdeutschland hin, der SPIEGEL bezeichnete ihn als “Dissidenten”. Kneifel verwies in mehreren Interviews auch auf frühere Kirchenkontakte, die ihm die Freiheit in Westdeutschland ermöglichten, um sich als Angehöriger der DDR-Opposition auszugeben.

Kneifel engagiert sich unter anderem bei der neonazistischen “Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige” (HNG) und nahm wiederholt an deren Versammlungen teil. Die Verbandszeitschrift “Nachrichten der HNG” stellte ihn als “von zwei Besatzungssystemen politisch verfolgter Kameraden” vor. In einem dort abgedruckten Interview bekräftigte er seinen Glauben an eine “Weltverschwörung” und seine Sympathien für die Leugnung der Shoah. Auch deshalb wird Kneifel auf Nazi-Websites als “Vorkämpfer” porträtiert.

Recherchen des antifaschistischen Newsflyers "gamma" zufolge organisiert Kneifel des Öfteren geschichtsrevisionistische Veranstaltungen für die neonazistische Szene. Darüber hinaus tritt er aber auch bei bürgerlichen Bidlungsveranstaltungen auf. So referierte er beispielsweise gemeinsam mit dem Politikwissenschaftler Eckard Jesse am 8. März 2005 in der TU Chemnitz bei einer Veranstaltung, die u.a. von der Landeszentrale für politische Bildung organisiert wurde.

Quelle: 

Hompage der NPD Leipzig, Gamma-Newsflyer vom 11.08.2011, Wikipedia-Eintrag zu Josef Kneifel