Borna: Rassistische Kundgebung der Bürgerinitiative "Wir sind Borna" gegen Asylheim

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25.

Januar
2014
Samstag

Am Samstag trafen sich etwa 100 Personen zu einer Kundgebung der sogenannten Bürgerinitiative "Wir sind Borna". Die Veranstaltung fand auf dem Königsplatz in der Nähe einer Flüchtlingsunterkunft in Borna statt und stand unter dem Motto "Unsere Heimat - unser Recht".

Die Bürgerinitiative weist enge Verbindungen zur regionalen Naziszene auf. Unter den etwa 100 Rassist_innen befanden sich der Geithainer NPD-Stadtrat und Kreisvorsitzende Manuel Tripp, der Landesvorsitzende der JN Sachsen Paul Rzehaczek, der stellvertretende Landeschef der JN Stefan Trautmann, sowie weitere bekannte Nazis. Die Kundgebung richtete sich gegen die Unterbringung von Asylbewerber_innen in der ehemaligen Berufsschule am Bornaer Königsplatz.

Schon in der Silvesternacht wurde das Heim, bei dem es sich nur um eine vorübergehende Unterkunft handelt, mit Feuerwerkskörpern angegriffen und die Geflüchteten mit rassistischen Parolen beschimpft. Laut Boncourage e.V. berichten "Asylsuchende aus dem Bornaer Umland [...] mehr und mehr von rassistischen und diskriminierenden Beschimpfungen und Anfeindungen in alltäglichen Situationen. Auf der Straße werden sie beschimpft, bespuckt und zunehmend unter Generalverdacht gestellt." Der Verein hatte am gleichen Tag ab 17 Uhr zu einer Mahnwache zur Solidaritätsbekundung mit den Geflüchteten aufgerufen, zu der zahlreiche Menschen erschienen.