Buchlesung mit Ex-NPD-Chef Voigt im Leipziger NPD-Zentrum

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17.

Dezember
2013
Dienstag

Am Dienstag stellte der langjährige NPD-Vorsitzende Udo Voigt (1996-2011) im Leipziger NPD-Zentrum in der Odermannstraße 8 sein Buch "Der deutschen Zwietracht mitten ins Herz. Mein Weg mit der NPD" vor. Mit dieser Veröffentlichung tingelt der 61-Jährige seit geraumer Zeit durch die Lande, um für sein Comeback in der Partei und vor allem die Spitzenkandidatur bei der Wahl zum EU-Parlament zu werben.

Gut verstanden hat sich Voigt in Leipzig offenbar mit dem örtlichen NPD- und JN-Aktivisten Alexander Kurth. Das legen Fotos und Bericht auf dessen Facebook-Profil nahe. Für den Eintritt zu diesem kulturellen Highlight mussten die Besucher demnach 5 Euro ("Unkostenbeitrag") berappen.

Voigt sammelt bereits seit einiger Zeit Neonazis, die mit dem Kurs seines zwischenzeitlichen Nachfolgers und Vorsitzenden der sächsischen NPD-Landtagsfraktion Holger Apfel unzufrieden waren, im sogenannten "Freundeskreis Udo Voigt". Auch in Sachsen existieren mehrere dieser lokalen "Freundeskreise", die sich aus NPD-internen Gegnern Apfels wie ehemaligen NPD-Mitgliedern rekrutierten. Auf dem derzeitigen Titelbild des Facebook-Auftritts der Voigt-Fans ist der Leipziger Kurth neben anderen als Fahnenhalter zu sehen.

Genau zwei Tage nach dem Besuch Voigts in Leipzig legte sein Nachfolger Holger Apfel am 19. Dezember für die Öffentlichkeit unerwartet sein Amt als NPD-Vorsitzender nieder. Wenige Tage später trat er auch aus der Partei aus und behielt vorerst nur sein Landtagsmandat, welches er schließlich Mitte Januar 2014 zurückgab. Obwohl Apfel diesen Schritt zunächst mit einer Erkrankung ("Burn-Out") begründete, machten schnell andere Gerüchte die Runde.

Anlass für Apfels Rückzug waren demnach unter anderem Vorwürfe, er hätte einen jungen Kameraden aus Leipzig sexuell belästigt. Zugetragen haben soll sich dieser Vorfall während des Wahlkampfes der NPD im Sommer 2013 ("Deutschlandfahrt"). Zum Rücktritt gedrängt worden sein soll Apfel demnach von einer "Gruppe um Maik Scheffler". Der nordsächsische NPD-Kreisvorsitzende und langjährige Neonazi-Aktivist aus Delitzsch war unter Apfel bis zum stellvetretenden Landesvize der Partei aufgestiegen. Alexander Kurth ist ein enger Vertrauter von Scheffler.

Das mutmaßliche Opfer von Apfels Avancen, Daniel S., kandidiert inzwischen für die NPD für den Leipziger Stadtrat, wie die Partei am 19. Februar 2014 bekannt gab.

Quelle: 

Facebook-Eintrag von Alexander Kurth am 18.12.2013, chronik.LE