Deutschlandfahrt der NPD - Rassistische Hetze auch in Leipzig

Druckeroptimierte VersionAls Email versenden

7.

August
2012
Dienstag

Im Rahmen ihrer "Deutschlandfahrt" hielt die NPD am 7. August auch in Leipzig eine Kundgebung ab. Mit ihrem als "Flaggschiff" bezeichneten Werbe-LKW fanden sich ca. 30 Neonazis in der Goethestraße nahe des Augustplatzes ein – unmittelbar vor dem Denkmal für die deportierten Sinti und Roma.

Als Redner traten der NPD-Bundesparteivorsitzende Holger Apfel, der sächsische NPD-Landtagsabgeordnete Andreas Storr sowie der NPD-Fraktionsvorsitzende Mecklenburg-Vorpommerns und NPD-Bundesvize Udo Pastörs auf.

Auch der sächsische NPD-Vizevorsitzende und Mitbegründer des "Freien Netzes" Maik Scheffler, der Lok-Hooligan Nils Larisch, der auch das NPD-Zentrum in der Leipziger Odermannstraße betreut, sowie der JN-Vorsitzende Nordsachsens Paul Rzehaczek waren anwesend.

Das auffallende Fehlen von Vertretern der hiesigen lokalen Strukturen von JN und "Freien Kräften" kann als Fingerzeig auf das aktuell mehr als angespannte Verhältnis zwischen NPD und "Freien Kräften" in Sachsen gedeutet werden.

In ihren Redebeiträgen hetzten die NPD-Oberen unablässlich gegen Menschen mit Migrationshintergrund, gegen Europa, gegen moderne Familienpolitik und ganz allgemeinen gegen "die Politiker". Die etwa 400 Gegendemonstrant_innen, die sich um die NPD-Kundgebung gesammelt hatten und die Reden mit einem lautem Pfeifkonzert übertönten, wurden auf der NPD-Website als der "übliche politisch korrekte Mitläufer-Pöbel" diffamiert. Zu den Gegenprotesten hatte das Aktionsbündnis "Leipzig nimmt Platz" aufgerufen. Vertreter_innen der Stadt Leipzig beteiligten sich jedoch nicht an den Gegenaktivitäten.

Im Nachhinein wurde das Ordnungsamt kritisiert, weil es den Neonazis eine längere Redezeit zugestanden hatte, als die vorher vereinbarte eine Stunde. Die Stadtratsfraktion der Partei Die Linke kündigte eine Klärung über die zeitliche Verlängerung im Leipziger Stadtrat an. Kritik gab es auch am Vorgehen der Polizei nach Ende der NPD-Kundgebung. Mehrere Blockierer_innen wurden mit übermäßigen Einsatz körperlicher Gewalt von der Straße gedrängt, um die Abreise des NPD-Lastwagen zu ermöglichen. Die NPD versuchte noch während ihrer Abreise und unter den Augen der Polizei, einzelne Gegendemonstrant_innen mit dem LKW von der Straße zu drängen.