Diskriminierende Polizeipresseinformationen im Monat April 2012

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30.

April
2012
Montag

In insgesamt zehn Fällen haben die Polizeidirektionen Leipzig und Westsachsen in ihren Pressemitteilungen im Monat April die Richtlinien für einen nicht-diskriminierenden Sprachgebrauch missachtet:

PD Westsachsen:
* PM der PD Westsachsen vom 12.04.2012 ("In eigener Sache - Warnung vor Teerkolonne
* PM der PD Westsachsen vom 26.04.2012 (Revier Delitzsch - "Betrügerinnen unterwegs - Zeugenaufruf")
* PM der PD Westsachsen und der Staatsanwaltschaft Leipzig vom 27.04.2012 (Revier Torgau - "Mutmaßliche Täter von Dahlen schnell ermittelt")

PD Leipzig:
* PM der PD Leipzig vom 12.04.2012 ("Ladendiebe in Aktion - Fall 3")
* PM der PD Leipzig vom 16.04.2012 ("Hochwertige Bekleidung wechselte den Besitzer")
* PM der PD Leipzig vom 17.04.2012 ("Wohnungsbrand, Dritte links") und vom 20.04.2012 ("Nachtragsmeldung - Brandstifter in Haft")
* PM der PD Leipzig vom 18.04.2012 ("Kriminalitätsgeschehen - Räuber nach vier Wochen auf der Flucht festgenommen")
* PM der PD Leipzig vom 24.04.2012 ("Raub - Täter gestellt")
* PM der PD Leipzig vom 26.04.2012 ("Versuchter Einbruch in ein Einfamilienhaus mit Folgen")
* PM der PD Leipzig vom 30.04.2012 ("Die Taschen voller Kleidung")

Die in den Pressemitteilungen aufgeführten Taten stehen in keinerlei erkennbarem Zusammenhang mit der Herkunft der Tatverdächtigen. Erst recht gilt dies für den rechtlichen Aufenthaltsstatus mutmaßlicher Täter.

Das Problematische daran: Die nicht-sachgerechte Verknüpfung von Kriminalität mit der zugeschriebenen nicht-deutschen Herkunft fördert und festigt bestehende rassistische Vorurteile in der Bevölkerung über "Ausländer". Der Pressekodex des Deutschen Presserates verlangt daher: "In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte." (Richtlinie 12.1 des Pressekodex)

Quelle: 

PM der PD Westsachsen sowie der PD Leipzig