Diskriminierende Polizeipresseinformationen im Monat Januar 2013

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31.

Januar
2013
Donnerstag

Auch nach der Zusammenlegung der Polizeidirektionen Westsachsen und Leipzig zur neuen PD Leipzig werden in Pressemitteilungen der PD die Richtlinien für einen nicht-diskriminierenden Sprachgebrauch weiterhin kontinuierlich missachtet. So in vier Fällen im Monat Januar 2013:

* PM der PD Leipzig vom 15.01.2013 ("Buntmetalldiebe gestellt")
* PM der PD Leipzig vom 22.01.2013 ("Versuchter Raub und Sachbeschädigung")
* PM der PD Leipzig vom 24.01.2013 ("Stadtgebiet Leipzig - Ladendiebe gefasst") --> LVZ-Online übernimmt den Verweis auf die vermeintliche Herkunft der Beschuldigten.
* PM der PD Leipzig vom 25.01.2013 ("Streit, Hausfriedensbruch, Körperverletzung in einem Lokal") --> Beschreibung der Tat in der LVZ-Online kommt ohne die Nennung der vermeintlichen Herkunft der Beschuldigten aus.

Die in den Pressemitteilungen aufgeführten Taten stehen in keinerlei erkennbarem Zusammenhang mit der Herkunft der Tatverdächtigen. Erst recht gilt dies für den rechtlichen Aufenthaltsstatus mutmaßlicher Täter_innen.

Das Problematische daran: Die nicht-sachgerechte Verknüpfung von Kriminalität mit der zugeschriebenen nicht-deutschen Herkunft fördert und festigt bestehende rassistische Vorurteile in der Bevölkerung über "Ausländer". Der Pressekodex des Deutschen Presserates verlangt daher: "In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte." (Richtlinie 12.1 des Pressekodex)

Quelle: 

PM der PD Leipzig