Diskriminierende Polizeipresseinformationen im Monat Juli 2013

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31.

Juli
2013
Mittwoch

Auch nach der Zusammenlegung der Polizeidirektionen Westsachsen und Leipzig zur neuen PD Leipzig werden in Pressemitteilungen der PD die Richtlinien für einen nicht-diskriminierenden Sprachgebrauch weiterhin kontinuierlich missachtet. So in neun Fällen im Monat Juli 2013:
* PM der PD Leipzig vm 02.07.2013 ("Endstation Tankstelle")
* PM der PD Leipzig vom 09.07.2013 ("Tatverdächtiger stellt sich den Ermittlungsbehörden")
* PM der PD Leipzig vom 11.07.2013 ("Vorgetäuschte Hilfe - mit „Autobahngold“ bezahlt")
* PM der PD Leipzig vom 18.07.2013 ("Stadtgebiet Leipzig - Ladendieb gestellt")
* PM der PD Leipzig vom 19.07.2013 ("Gelungene Verkehrskontrolle")
* PM der PD Leipzig vom 26.07.2013 ("Navi Diebe gestellt")
* PM der PD Leipzig vom 29.07.2013 ("Fahrraddieben das Handwerk gelegt")
* PM der PD Leipzig vom 30.07.2013 ("Ladendieb erwischt")
* PM der PD Leipzig vom 31.07.2013 ("Objekt der Begierde: Isolierband")

Die in den Pressemitteilungen aufgeführten Taten stehen in keinerlei erkennbarem Zusammenhang mit der Herkunft der Tatverdächtigen. Erst recht gilt dies für den rechtlichen Aufenthaltsstatus mutmaßlicher Täter_innen.

Das Problematische daran: Die nicht-sachgerechte Verknüpfung von Kriminalität mit der zugeschriebenen nicht-deutschen Herkunft fördert und festigt bestehende rassistische Vorurteile in der Bevölkerung über "Ausländer". Der Pressekodex des Deutschen Presserates verlangt daher: "In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte." (Richtlinie 12.1 des Pressekodex)

Quelle: 

PD Leipzig