Diskriminierende Polizeipresseinformationen im Monat Juni 2011

Druckeroptimierte VersionAls Email versenden

30.

Juni
2011
Donnerstag

In zwei Fällen hat die Polizeidirektion Leipzig in ihren Pressemitteilungen im Monat Juni Richtlinien für einen nicht-diskriminierenden Sprachgebrauch missachtet. Bei den Schilderungen der Fälle nennt die Polizei nicht-deutsche Herkunft und rechtlichen Aufenthaltsstatus von Tatverdächtigen. Diese stehen jedoch mit den Taten in keinerlei erkennbarem Zusammenhang.

Das Problematische daran: Die nicht-sachgerechte Verknüpfung von Kriminalität mit der zugeschriebenen nicht-deutschen Herkunft fördert und festigt bestehende rassistische Vorurteile in der Bevölkerung über "Ausländer". Der Pressekodex des Deutschen Presserates verlangt daher: "In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte." (Richtlinie 12.1 des Pressekodex)

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang zumindest in einem der beiden Fälle die Presseberichterstattung der Leipziger Volkszeitung. Sie verzichtet in ihrer Darstellung vollständig auf die Erwähnung des von der Polizei so prominent herausgestellten Migrationshintergrundes des mutmaßlichen Täters.