Diskriminierende Polizeipresseinformationen im Monat Juni 2012

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30.

Juni
2012
Samstag

In insgesamt sechs Fällen haben die Polizeidirektionen Leipzig und Westsachsen in ihren Pressemitteilungen im Monat Juni die Richtlinien für einen nicht-diskriminierenden Sprachgebrauch missachtet:

PD Leipzig:
* PM der PD Leipzig vom 01.06.2012 ("Kindersachen im Fokus von Langfingern")
* PM der PD Leipzig vom 04.06.2012 ("Auf Diebestour")
* PM der PD Leipzig vom 05.06.2012 ("Ladendiebe gefasst")
* PM der PD Leipzig vom 06.06.2012 ("Wegen Widerstandes gegen Polizeibeamte, …")
* PM der PD Leipzig vom 08.06.2012 ("Durchsuchungsmaßnahmen")

PD Westsachsen:
* PD Westsachsen vom 06.06.2012 (Revier Grimma - "Geweckt")

Die in den Pressemitteilungen aufgeführten Taten stehen in keinerlei erkennbarem Zusammenhang mit der Herkunft der Tatverdächtigen. Erst recht gilt dies für den rechtlichen Aufenthaltsstatus mutmaßlicher Täter.

Das Problematische daran: Die nicht-sachgerechte Verknüpfung von Kriminalität mit der zugeschriebenen nicht-deutschen Herkunft fördert und festigt bestehende rassistische Vorurteile in der Bevölkerung über "Ausländer". Der Pressekodex des Deutschen Presserates verlangt daher: "In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte." (Richtlinie 12.1 des Pressekodex)

Quelle: 

Pressemitteilungen der PD Leipzig sowie der PD Westsachsen