Diskriminierende Polizeipresseinformationen im Monat März 2013

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31.

März
2013
Sonntag

Auch nach der Zusammenlegung der Polizeidirektionen Westsachsen und Leipzig zur neuen PD Leipzig werden in Pressemitteilungen der PD die Richtlinien für einen nicht-diskriminierenden Sprachgebrauch weiterhin kontinuierlich missachtet. So in sechs Fällen im Monat März 2013:
* PM der PD Leipzig vom 05.03.2013 ("2,2 Tonnen Übergewicht")
* PM der PD Leipzig vom 12.03.2013 ("Fahrzeug entwendet – Dieb gestellt")
* PM der PD leipzig vom 19.03.2013 ("Auf frischer Tat gestellt …")
* PM der PD Leipzig vom 22.03.2013 ("Ladendetektive in Aktion - Fall 2")
* PM der PD Leipzig vom 22.03.2013 ("Räuberischer Diebstahl")
* PM der PD Leipzig vom 27.03.2013 ("Ladendieb gestellt")
Die in den Pressemitteilungen aufgeführten Taten stehen in keinerlei erkennbarem Zusammenhang mit der Herkunft der Tatverdächtigen. Erst recht gilt dies für den rechtlichen Aufenthaltsstatus mutmaßlicher Täter_innen.

Das Problematische daran: Die nicht-sachgerechte Verknüpfung von Kriminalität mit der zugeschriebenen nicht-deutschen Herkunft fördert und festigt bestehende rassistische Vorurteile in der Bevölkerung über "Ausländer". Der Pressekodex des Deutschen Presserates verlangt daher: "In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte." (Richtlinie 12.1 des Pressekodex)

Quelle: 

PM der PD Leipzig