Diskriminierende Polizeipresseinformationen im Monat November 2012

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30.

November
2012
Freitag

In sechs Fällen hat die Polizeidirektion Leipzig in ihren Pressemitteilungen im Monat November die Richtlinien für einen nicht-diskriminierenden Sprachgebrauch missachtet. Dass dies nicht notwendig ist, zeigt die LVZ-Online: Hier wurden zu drei der sechs Fälle Artikel verfasst, wobei nicht auf die mutmaßliche Herkunft der Tatverdächtigen eingegangen wird:

PD Leipzig:
* PM der PD Leipzig vom 06.11.2012 ("Ladendiebstahl") --> LVZ-Online vom 06.11.2012 lässt dies unerwähnt
* PM der PD Leipzig vom 15.11.2012 ("Ladendieb gestellt")
* PM der PD Leipzig vom 16.11.2012 ("Ladendiebinnen gestellt")
* PM der PD Leipzig vom 16.11.2012 ("Autodieb nach Verfolgungsjagd gestellt") --> ebenso nicht im Artikel auf LVZ-Online vom 16.11.2012 erwähnt
* PM der PD Leipzig vom 29.11.2012 (" Haarpflegemittel & Champagner")
* PM der PD Leipzig vom 29.11.2012 ("Polizei war schneller!") --> nicht erwähnt im Artikel der LVZ-Online vom 29.11.2012 noch im Artikel der Print-LVZ vom 30.11.2012

Die in den Pressemitteilungen aufgeführten Taten stehen in keinerlei erkennbarem Zusammenhang mit der Herkunft der Tatverdächtigen. Erst recht gilt dies für den rechtlichen Aufenthaltsstatus mutmaßlicher Täter_innen.

Das Problematische daran: Die nicht-sachgerechte Verknüpfung von Kriminalität mit der zugeschriebenen nicht-deutschen Herkunft fördert und festigt bestehende rassistische Vorurteile in der Bevölkerung über "Ausländer". Der Pressekodex des Deutschen Presserates verlangt daher: "In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte." (Richtlinie 12.1 des Pressekodex)

Quelle: 

PM der PD Leipzig