Diskriminierende Polizeipresseinformationen im Monat Oktober 2012

Druckeroptimierte VersionAls Email versenden

31.

Oktober
2012
Mittwoch

In vier Fällen hat die Polizeidirektion Leipzig in ihren Pressemitteilungen im Monat Oktober die Richtlinien für einen nicht-diskriminierenden Sprachgebrauch missachtet:

PD Leipzig:
* PM der PD Leipzig vom 10.10.2012 ("Auf der falschen Fahrbahnseite")
* PM der PD Leipzig vom 11.10.2012 ("Urkundenfälschung")
* PM der PD Leipzig vom 22.10.2012 ("Um Erspartes betrogen")
* PM der PD Leipzig vom 30.10.2012 ("Verkehrsgeschehen - Radfahrer gegen Pkw")

Die in den Pressemitteilungen aufgeführten Taten stehen in keinerlei erkennbarem Zusammenhang mit der Herkunft der Tatverdächtigen. Erst recht gilt dies für den rechtlichen Aufenthaltsstatus mutmaßlicher Täter_innen.

Das Problematische daran: Die nicht-sachgerechte Verknüpfung von Kriminalität mit der zugeschriebenen nicht-deutschen Herkunft fördert und festigt bestehende rassistische Vorurteile in der Bevölkerung über "Ausländer". Der Pressekodex des Deutschen Presserates verlangt daher: "In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte." (Richtlinie 12.1 des Pressekodex)

Quelle: 

PM der PD Leipzig