Ehemaliger Vorsitzender der "Wiking-Jugend" beim Jahresauftakt der JN-Sachsen in Leipzig

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28.

Februar
2009
Samstag

Laut einem Bericht beim neonazistischen "Freien Netz Leipzig" fand am 28. Februar in Leipzig die Jahresauftaktversammlung der sächsischen "Jungen Nationaldemokraten" (JN) statt. Die NPD-Jugendorganisation konnte dazu nach eigenen Angaben rund 80 Teilnehmer begrüßen - sowohl "JN-Aktivisten" als auch "Gäste aus dem freien Widerstand in Leipzig". Der im vergangenen Jahr gegründete Leipziger JN-Stützpunkt weist große Schnittmengen mit den hiesigen "Freien Kräften" auf.

Neben dem Austausch "über die Strategien des politischen Kampfes für das laufende Jahr" und dem "Schulterschluss zu Kameraden in benachbarten Regionen" wurden laut "Freies Netz" auch zwei Gastvorträge geboten. Außer einem "freien Aktivisten" aus Schkeuditz war auch der Szene-Anwalt Wolfram Narath, bis zu ihrem Verbot 1994 letzter "Bundesführer" der Wiking-Jugend, nach Leipzig gekommen. Narath soll zum Thema „Lebensgesetze und Völkerrecht“ gesprochen und in gewohnter Manier den angeblich dohenden "Volkstod" beklagt haben. "Kamerad Stefan" ließ sich über das Thema "Politisches Soldatentum vom ersten Weltkrieg bis in die Gegenwart" aus, wobei er einen Bogen spannte "von den Freikorpsverbänden in den Jahren nach dem ersten Weltkrieg über die SA-Stürme der Kampfzeit und der Waffen-SS in den letzten Jahren des großen Ringens bis zu den verschiedenen Reorganisationsversuchen in der Nachkriegszeit."

Damit befand sich "Stefan" ganz auf einer Linie mit einem jüngst in der JN-Mitgliederzeitschift "Aktivist" veröffentlichten Strategie- und Diskussionspapier, in dem gefordert wird, die JN zu einer "Kampfgemeinschaft im vorpolitischen Raum, hin zur bundesweiten Formation politischer Soldaten" zu entwickeln. Nach Einschätzung des "blick nach rechts" streben die "Jungen Nationaldemokraten" damit die Bildung einer elitären Denkfabrik und gleichzeitig den Aufbau einer Art "neuer SA" an.

Allerdings scheint sie damit noch nicht allzuweit gekommen zu sein. War doch das Lob der "politischen Soldaten" der Vergangenheit im Vortrag des Schkeuditzer "Aktivisten" verbunden mit einer harschen Kritik der eigenen "Bewegung": "[L]eider steht in den Reihen der nationalen Bewegung heute nur ein sehr kleiner Teil aus Mitstreitern, die in ihrem Leben bereits zu einer soldatischen Haltung erzogen worden sind und das politische Soldatentum leben. Individualismus, Dekadenz, Gebrechlichkeit und ein Arrangement mit dem vorherrschenden Wertesystem haben auch in den Reihen der nationalen Widerstandsbewegung Einzug gehalten und drohen nun jede weitere revolutionäre politische Handlungsbasis zum Scheitern zu verurteilen."

Quelle: 

"Freies Netz Leipzig" vom 06.03.2009, "blick nach rechts" 05/2009