Eierwurf auf Bürgermeister: Neonazis stören bei Bürgerversammlung in Borsdorf

Druckeroptimierte VersionAls Email versenden

16.

September
2015
Mittwoch

Am Mittwochabend wird bei einer Bürgerversammlung in Borsdorf über die Einrichtung eines Wohnheims für Asylbewerber_innen informiert. Bürgermeister Ludwig Martin (CDU) kündigt an, dass bis zu 100 Geflüchtete in Borsdorf untergebracht werden sollen. Im Publikum befinden sich auch zahlreiche Neonazis aus der Region, die offenbar gezielt stören und die Stimmung negativ aufheizen wollen. Die LVZ berichtet von diffusen Ängsten und offen geäußertem Fremdenhass durch Beiträge aus dem Publikum.

Die von einigen Gästen offen zur Schau gestellte Ablehnung des Heims gipfelt am Ende in einer Attacke auf den Borsdorfer Ortschef. Ein offensichtlich alkoholisierter Neonazi versucht, ein rohes Ei auf Martin zu werfen, und verfehlt diesen nur knapp. Der Angreifer wird vom ebenfalls anwesenden Leipziger Polizeipräsidenten Bernd Merbitz persönlich selbst aus dem Saal geführt. Wie die LVZ berichet, soll es sich bei dem Eierwerfer um einen ehemaligen Brandiser NPD-Stadtrat handeln. Bürgermeister Martin erstattet Anzeige gegen den Täter.

Quelle: 

LVZ/MTL vom 18.09.2015 ("Bürgermeister als Zielscheibe: Rechter Eierwerfer in Borsdorf"), LVZ(MTL vom 17.09.2015 ("Gemeinschaftsunterkunft auch in Brandis geplant")