Eilenburg: Brutaler Überfall auf Besucher_innen eines Punkkonzerts

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12.

März
2011
Samstag

Am Sonnabend kam es gegen 21.20 Uhr in Eilenburg (Nordsachsen) zu einem brutalen Überfall. Die Polizeidirektion Westsachsen spricht in ihrer Pressemeldung von einer sechsköpfigen Personengruppe, die in Höhe der Post aus einer "ca. 25-köpfigen Personengruppe heraus" angegriffen wurde. Dabei sei ein Jugendlicher so schwer verletzt worden, dass er stationär in ein Krankenhaus eingewiesen werden musste. Zwei weitere Jugendliche wurden leicht verletzt. Zum Motiv gebe es noch keine Hinweise.

Was die Polizei nicht vermeldet: Bei den Angegriffenen handelte es sich nach Angaben der Landtagsabgeordneten Kerstin Köditz (Die Linke) um Besucher_innen eines Punkkonzerts im alternativen "Haus VI". Die Angreifer gehören nach Angaben der Betroffenen zur örtlichen Neonazi-Szene.

Am gleichen Abend fand in der Nähe von Eilenburg auch ein Neonazi-Konzert mit den Bands "Eternal Bleeding", "Burning Hate" und "Fight Tonight" statt. Als Schleusungspunkt dafür diente das zwischen Eilenburg und Torgau gelegene Mockrehna. Als Organisator gilt der Eilenburger NPD-Stadtrat Kai Rzehaczek, der zudem den neonazistischen "Nordsachsen-Versand" betreibt. Ob ein Zusammenhang zwischen dem Neonazi-Konzert und dem Überfall auf die Konzertbesucher_innen besteht, ist noch unklar. Die PD Westsachsen wollte Nachfragen von chronik.LE zu dem Übergriff mit Verweis auf das "laufende Ermittlungsverfahren" nicht beantworten und verwies statt dessen auf die Staatsanwaltschaft.