Einschüchterungen und Drohungen gegen Zeugen in Neonaziprozess

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25.

Februar
2011
Freitag

Am Freitag wurde am Landgericht Leipzig erneut wegen eines Übergriffs auf Nutzer_innen des ehemaligen Jugendzentrums Bunte Platte verhandelt. Zu den Angeklagten gehören Stefan N. und Istvan Repaczki, führender Kopf der Leipziger Neonaziszene, Kommunalwahlkandidat der NPD in Leipzig und Mitarbeiter der NPD-Landtagsfraktion. Repaczki war am 04.03.2010 vom Leipziger Amtsgericht wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Fast vier Jahre liegt die Tat mittlerweile zurück. In der Nacht vom 5. auf dem 6. Mai 2007 hatten dem Neonazi-Spektrum zuzurechnende Personen mehrere Jugendliche im Umfeld der Bunten Platte in Nähe des Kulkwitzer Sees in Leipzig-Grünau attackiert.

Vor und im Gericht waren an die 20 Nazi-Anhänger zugegen, darunter Vertreter der als gewalttätig bekannten Hooligangruppierung Blue Caps. Sowohl Zeug_innen als auch Besucher_innen des Prozesses wurden bedroht. Die Tür des Zeugenzimmers des Landgerichtes wurde mit Naziaufklebern beklebt, Vertreter_innen von Presse, Politik und Opferberatung mussten unter Polizeischutz aus dem Gerichtsgebäude geleitet werden.

Bereits bei der Verhandlung am 4.3.2010 erzeugten sich solidarisch mit den Angeklagten zeigende Neonazis eine Atmosphäre der Bedrohung und Gewalt rund um das Gerichtsgebäude in der Südvorstadt.

Am letzten Verhandlungstag, Montag dem 7. März, blieb es ruhig vor dem Landgericht. Laut Urteil bleiben die beiden Neonazis Istvan Repaczki und Stefan N. bis auf weiteres wegen der Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung vorbestraft.