Ergebnisse der Bundestagswahl im Landkreis Leipzig

Druckeroptimierte VersionAls Email versenden

24.

September
2017
Sonntag

Bei der Bundestagswahl 2017 kommt die AfD im Landkreis Leipzig auf 26,9 Prozent der Zweitstimmen (2013: 6,4 Prozent). Die Partei liegt somit nur knapp unter ihrem Wert für Gesamt-Sachsen von 27,0 Prozent. (In diesem sind allerdings auch die Wahlkreise in den drei Großstädte enthalten, in denen die AfD schwächer als in den Landkreisen abgeschnitten hat, besonders Leipzig mit 12,9 bzw. 16 Prozent.)

Aufgrund ihres hohen Gesamtergebnisses kann auch der eigentlich aussichtslos auf Rang 10 der Landesliste platzierte Lars Herrmann aus Parthenstein, Kreistagsabgeordneter und gleichzeitig Vorsitzender des Kreisverbandes, in den Bundestag einziehen. Als Direktkandidat erhält er sogar 28,7 Prozent der Erststimmen, muss sich gleichwohl der CDU-Kandidatin Katharina Landgraf geschlagen geben, die den Landkreis seit mehreren Legislaturperioden im Bundestag vertritt und jetzt auf ein Egebnis von 34,1 Prozent kommt.

Die NPD erringt bei der Wahl nur noch 1,1 Prozent der Zweitstimmen. Dies entspricht genau dem Landeswert der Partei. Auch hier ist wieder zu berücksichtigen, dass die NPD in Leipzig, Dresden und Chemnitz nur auf Werte zwischen 0,4 und 0,8 Prozent kommt, das Ergebnis in den Landkreisen also durchschnittlich etwas höher als 1,1 Prozent ist. Auf einen Direktkandidaten hat die neonazistische Partei diesmal gleich ganz verzichtet. 2013 war die NPD in Landkreis Leipzig noch auf 3,1 Prozent gekommen, landesweit damals 3,3 Prozent.

In sechs von insgesamt 31 Gemeinde des Landkreises erreicht die AfD Werte von über 30 Prozent der Zweitstimmen, in sieben liegt sie vor der CDU. Unter den Gemeinden, in denen die AfD besonders stark abgeschnitten hat, sind auch größere Orte wie die Kreisstadt Borna (29,7 %) und die Großen Kreisstädte Grimma (31,1 %) und Wurzen (31,9 %), weiterhin Frohburg (29,6 %), Kitscher (28,9 %), Lossatal (31,3 %), Parthenstein (30,6 %), Thallwitz (31,9 %) und Trebsen (30,9 %).

In einigen Orten, in denen die AfD jetzt besonders stark ist, hat die NPD bei der vorigen Wahl 2013 noch Werte über 5 Prozent erreicht, so z.B. in Wurzen 5,0 % (jetzt: 1,9 %), Trebsen 5,9 % (1,7 %) und Thallwitz 6,6 % (1,5 %). Auf über zwei Prozent kommt die NPD nur noch in Geithein mit 2,2 % (2013: 4,3 %). Die AfD erreicht in Geithain hingegen nur vergleichsweise schwache 23,9 Prozent.

Am meisten profitiert die AfD jedoch neben dem Zuspruch von bisherigen Nicht-Wähler*innen - die Wahlbeteiligung im Landkreis ist von 68,8 % auf 74,8 % gestiegen - von den starken Verlusten der CDU (von 45,8 % auf 30,1 %) und - in geringerem Maße - der Linken (19,9 % auf 14,7 %) und der SPD (von 15,2 % auf 11,4 %). Die FDP legt dagegen deutlich von 2,9 % auf 8,1 % zu. Die Grünen können mit 3,2 % beinahe ihren Wert von 2013 (3,3 %) halten.

Quelle: 

Statistisches Landesamt Sachsen, Auswertung durch chronik.LE