Ex-AfD-Vorsitzende Petry wirbt in Grimma für die "Blaue Wende"

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29.

November
2017
Mittwoch

An einem "Diskussionsabend" der ehemaligen AfD-Vorsitzenden Frauke Petry im Grimmaer Rathaus nehmen am Mittwoch rund 200 Besucher*innen teil. Die Bundes- und Landtagsabgeordnete will mit der Veranstaltung ihr neues politische Projekt, das sogenannte "Bürgerforum Blaue Wende", vorstellen. Die damit verbundene "Blaue Partei" wurde am 17. September, kurz vor der Bundestagswahl, in Grimma gegründet. Unmittelbar nach dem Einzug der AfD in den Bundestag, bei der sie ihren Wahlkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge direkt gewann, verkündete Petry ihren Austritt aus der Partei.

Bei der Veranstaltung im Rathaus treten neben Petry noch der Landtagsabgeordnete Uwe Wurlitzer aus Leipzig, ehemaliger Generalsekretär der sächsischen AfD und parlamentarischer Geschäftsführer ihrer Landtagsfrakion, sowie der frühere Grimmaer Stadtrat Hubertus von Below, einer der Gründer der "Blauen Partei", auf. Zu Beginn steuert zudem der parteilose Oberbürgermeister der Stadt, Matthias Berger, ein Grußwort bei. Darin rechnet er nach Darstellung der LVZ mit der Landesregierung ab und wirft Politiker*innen mit und ohne Regierungsverantwortung "Basisferne" vor. Nur die AfD und Petrys "blaue" Abspaltung scheint er von dieser pauschalen Parteienschelte auszunehmen.

Die Lokalausgabe der LVZ wahrt ebenfalls kaum Distanz: "Frauke Petry läutet in Grimmaer Ratssaal die Blaue Wende ein", lautet die überschwängliche Überschrift. Wurlitzer wird als "kongenialer Partner" Petrys bezeichnet. Zudem wird hervorgehoben, dass zwei ähnliche "Auftaktveranstaltungen" in Pirna und Meißen "[b]ei weitem nicht so gut besucht" waren wie die in Grimma, der "Gründungsstadt der Blauen Wende".