Festival "für Teilhabe, Vielfältigkeit, Gleichberechtigung" mit Neonazis?

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14.

August
2021
Samstag

Die Kundgebung "DisTanz" will vor allem unkommerzielle Kultur in Leipzig fördern. Die Branche und speziell Künstler_innen sind durch die Corona-Pandemie stark beinträchtigt. Daher soll durch ein Kundgebungs-Festival auf die Situation aufmerksam gemacht und auch gefeiert werden. Zum selbst proklamierten Anspruch "für Teilhabe, Vielfältigkeit, Gleichberechtigung" passen allerdings einige angekündigte Acts so gar nicht:
In sozialen Medien werden die Veranstalter_innen unter anderem auf den DJ "Hunnel" (Christian Hundt) hingewiesen der bei Facebook verschiedene Fotos mit neonazistischen und rechten Symbolen und Codes hochgeladen hat. So ist auf einem Foto, auf welchem er sich vor seinem Spiegel fotographiert der Slogan "I <3 HTLR" ("Ich liebe Hitler") zu lesen, auf einem anderen ein Schwarz-weiß-rotes Schild mit der Aufschrift "Deutsches Kaiserreich". Ein drittes Bild zeigt ein Hakenkreuz. Alle Fotos hat er offenbar zu Hause aufgenommen. Weiterhin äußert er sich abfällig gegenüber Frauen und der Black Lives Matter-Proteste. Auch weitere DJs fallen mit ähnlichen Beiträgen und Einstellungen auf.
Die Orga-Crew sieht laut privaten Nachrichten eine "berechtigte Kritik", will aber durch die Veranstaltung "kein linkes oder rechtes Gedankengut verbreiten". Später ändert sie ihre Strategie: in einer zwei Tage vor der Veranstaltung verbreiteten Stellungnahme bedankt sich die Orga-Crew bei den Menschen die sie auf die Neonazis im Line-Up aufmerksame gemacht haben und versichert "keinen Artists die rechtes und diskriminierendes Gedankengut vertreten, eine Plattform bieten zu wollen". DisTanz sei "kein Ort für Rassismus, Sexismus oder Gewalt, sondern ein Ort für Kunst, Kultur und Freiheit". Die entsprechenden Künstler werden ausgeladen.

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