Feuerwehr fischt Nazi-Plakate aus dem Silbersee

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1.

August
2009
Samstag

Wie die Leipziger Polizeidirektion unter der Überschrift "Braunes schwimmt oben" berichtet, wurden am Samstagmorgen auf dem Großen Silbersee im Stadtteil Lößnig vier schwimmende Styroporplatten entdeckt. Auf diesen befanden sich Plakate mit "teils volksverhetzendem Inhalt". Als ein Beispiel wird der Spruch "Leipzig erwache" genannt. Es habe sich nicht um Wahlplakate gehandelt. Um die Schaumstoffplatten mit den Plakaten einzuziehen, musste die Feuerwehr bemüht werden. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Nach einem Bericht des Lokalradios Mephisto 97.6 vermutet die Polizei die Täter unter den neonazistischen "Freien Kräften". Unter anderem sei die Demokratie auf den Plakaten als "Volkstod" bezeichnet worden. Unter diesem Schlagwort hatten "Freie Kräfte" im vergangenen Oktober im Raum Leipzig eine "Aktionswoche" durchgeführt. Den Abschluss bildete ein von der NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" (JN) organisierter Nazi-Aufmarsch am 25. Oktober 2008. Unter dem Motto "Unser Volk stirbt - Volkstod aufhalten!" zogen rund 200 Neonazis durch die Stadtteile Schönefeld und Sellerhausen.

Im Internet freuen sich Leipziger Neonazis, die unter der Bezeichnung "Nationale Sozialisten" auftreten, über die "ausdrucksstarken Wasserbojen". In ihrem mit Bilden von den schwimmenden Plakaten illustrierten Aktionsbericht behaupten sie, "tausende Bürger" hätten die darauf angebrachten Schriftzüge gelesen und zur Kenntnis genommen. Auch wenn das wohl übertrieben ist, stand die Aktion also doch in Zusammenhang mit der traditonellen Balloon-Fiesta, die am Sonntag am Silbersee statt fand. Die Polizei hatte gegenüber Mephisto 97.6 noch ausgeschlossen, dass die Täter gezielt das Publikum der Veranstaltung erreichen wollten.