"Freies Netz Geithain" gibt Bürgermeisterin mit Plakat zum Abschuss frei

Druckeroptimierte VersionAls Email versenden

13.

Oktober
2011
Donnerstag

Nach dem Einschüchterungsversuch gegen die Bürger_inneninitiative "Für ein weltoffenes Geithain", bezieht sich das neonazistische "Freie Netz Geithain" positiv auf ein Plakat, das offen zur Tötung der Geithainer Bürger_innenmeisterin Romy Bauer (CDU) aufruft. In einer Twittermeldung des "FN Geithain" heißt es: "Bei einigen lässt die Symphatie für unsere Bürgermeisterin wohl zu wünschen übrig ..." Anschließend wird ein Foto gezeigt, auf dem ein Plakat mit dem Konterfei Bauers zu sehen ist. Auf ihrer Stirn ist ein Einschussloch erkennbar, das durch einen roten Fleck dargestellt wird.

Ende 2010 schloss Bauer den Jugendclub in Syhra, der hauptsächlich von Neonazis genutzt wurde. Seitdem führte das "Freie Netz Geithain" regelmäßig Kundgebungen auf dem Geithainer Marktplatz durch, um für eine Wiedereröffnung zu protestieren. Dabei kam es öfters zu verbalen Anfeindungen und Drohungen gegen Romy Bauer. In einer Rede des NPD-Stadtrates Manuel Tripp vom 15. Juli (dokumentiert auf der Homepage des "FN Geithain" unter der Überschrift "Chronik zur Kampagne 'Jugendclub Syhra erhalten!'") heißt es:

Kein Wunder also, daß sie so unter anderem zur Zielscheibe vieler zorniger Bürger geworden ist. Diese überkochende Wut musste sie im Anschluss an eine Sitzung des Stadtrates am eigenen Leib spüren: Ihr VW Polo wurde von Unbekannten entglast und die Spiegel abgetreten

Auf einem weiteren Plakat, welches das "Freie Netz Geithain" öfter bei Kundgebungen präsentiert, die von Tripp angemeldet werden und bei denen er als Redner auftritt, ist zu lesen: "Frau Bauer macht den Jugendclub zu, drum gönnen wir ihr keine Ruh!" Ob bei Kundgebungen auf dem Marktplatz, ob durch die bis heute nicht aufgeklärte Zerstörung ihres Autos oder durch das Kopfschuss-Plakat - Bauer wird "keine Ruh" gegönnt, dazu scheinen alle Mittel recht.

Quelle: 

Twittermeldung des neonazistischen "Freien Netz Geithain" vom 13.10.2011, chronik.LE