"Freies Netz Leipzig" heißt jetzt "Aktionsbündnis Leipzig"

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3.

März
2010
Mittwoch

Die Internetpräsenz der inzwischen eng mit der NPD-Jugendorganisation "Junge Nationaldemokraten" (JN) verbundenen Freien Kräfte Leipzig, das so genannte "Freie Netz Leipzig", ist nach einer längeren Pause seit Juli 2009 wieder da. Zwar weiter erreichbar über die zentrale "Freies Netz"-Seite, aber auch unabhängig davon unter dem Titel "Aktionsbünsnis Leipzig". Damit folgen die Leipziger Neonazis dem Vorbild des ehemaligen "Freien Netz Nordsachsen", das mit dem FN-Ableger für Borna-Geithain bereits im Oktober 2009 zurückgekehrt ist und nun unter dem Titel "Aktionsbüro Nordsachsen" fimiert.

Der Untertitel des neuen "AB Leipzig" lautet: "Alle Informationen und Meldungen aus dem Widerstand in Leipzig". Den Anspruch, "frei" oder "unabhängig" von Parteistrukturen zu agieren, haben die Jungnazis nach ihrer Annäherung an die NPD offenbar fallengelassen. Mehrere Führungskräfte der FKL beziehen inzwischen ein Gehalt von der NPD-Landtagsfraktion in Dresden und haben zur Kommunalwahl ín Leipzig für die Partei kandidiert.

Laut einer kurzen Meldung zum Wiedererscheinen der Seite soll deren Auszeit auf "technische Schwierigkeiten" zurückzuführen gewesen sein. Wahrscheinlicher ist dagegen, dass die NPD ihren Wiedereinzug in den sächsischen Landtag nicht durch unbedachte Äußerungen ihrer Kandidaten auf den "Freies Netz"-Seiten gefährden wollte.

In der Zwischenzeit haben die Leipziger die Website "Recht auf Zukunft" genutzt, um für den letzlich gescheiterten Neonazi-Aufmarsch am 17. Oktober 2009 in Leipzig zu mobilisieren. Beide Seiten sollen nun parallel betrieben werden. Die "Aktionsbündnis"-Seite soll vor allem für Berichte über "Aktionen, Proteste und interne Veranstaltungen" dienen, außerdem zur Verfügungstellung eines "reichhaltige[n] Arsenal[s] an weltanschaulichen Grundsatzthesen zum Schulungszweck" sowie für "fortlaufende Informationen über politische Geschehnisse in Leipzig, in der BRD und in der Welt". Die "Recht auf Zukunft"-Seite trägt nun den Untertitel "Eine Kampagne der Widerstandsbewegung in Sachsen". Die dort veröffentlichten Berichte beziehen sich aber weiter in erster Linie auf Leipzig.

Mit "Freies Leipzig" gibt es derzeit noch eine dritte Leipziger Neonazi-Plattform im Internet. Deren Betreiber_innen geben sich zwar NPD-ferner, berichten aber wohlwollend über die Aktionen der "unfreien" Kräfte. Mittlerweile bezeichnen sich alle Spaltprodukte der ehemaligen Freien Kräfte Leipzig vermehrt als "Nationale Sozialisten Leipzig".

Verwirrend? Ja, aber Twix hieß früher bekanntlich auch mal Raider.

Quelle: 

"Aktionsbündnis Leipzig" vom 10.02.2010