Gedenktafel für Karl-Heinz Teichmann zerstört

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24.

Oktober
2020
Samstag

Die an einer Bank im Park Schwanenteich angebrachte Gedenkplakette für Karl-Heinz Teichmann wird beschädigt. Wenige Wochen später wird sie komplett zerstört und gestohlen. Karl-Heinz Teichmann ist eines von mindestens 10 Todesopfern rechter Gewalt in der Region Leipzig.

Karl-Heinz Teichmann wird nur 59 Jahre alt. Er wird in der Nacht zum 23. August 2008 vom Neonazi Michael H. mehrfach verprügelt. Karl-Heinz Teichmann stirbt zwei Wochen nach der Tat an seinen schweren Verletzungen. In der Tatnacht schläft Karl-Heinz Teichmann auf einer Parkbank am Schwanenteich. Michael H. und ein Begleiter erblicken auf dem Rückweg von einem Neonaziaufmarsch im Leipziger Osten den schlafenden Teichmann. Michael H. greift ihn mit den Worten, er solle „hier nicht pennen“, an, springt ihm ins Gesicht, schließlich verlassen Sie den Tatort. Eine halbe Stunde später kehrt H. zurück und prügelt abermals auf Karl-Heinz Teichmann ein. Am Morgen entdeckt eine Passantin den schwer verletzten Karl-Heinz Teichmann und versucht das nahgelegene Polizeirevier zu informieren. Auf ihre an der Gegensprechanlage geäußerte Meldung gibt es keine Reaktion. Erst nach anderthalb Stunden suchte die Polizei den nur 200 Meter entfernten Tatort auf. Michael H. wird wegen heimtückischen Mordes zu einer Jugendstrafe von acht Jahren und drei Monaten verurteilt. Der Richter, Norbert Göbel, erkennt in der Tat kein sozialdarwinistisches Motiv, obwohl selbst der Verteidiger des Angeklagten von einem rechten Tatmotiv seines Mandanten ausgeht. Die Polizei stufte den Mord als „normale Straftat unter Alkoholeinfluss“ ein. Karl-Heinz Teichmann wird nicht offiziell als Todesopfer rechter Gewalt anerkannt.